Erwartungen zu hoch

Underperformte Erwartungen!

Als die deutschen Hedge-Fonds antraten, wurden sie als die „Anlagen der Zukunft“ hochgejubelt, doch die Erwartungen waren zu hoch. Sie sind in Deutschland noch immer Außenseiter.

Negativwerbung: Mit Fondsschließungen schoss die Branche ein Eigentor. Erst im März dieses Jahres hat der Anbieter Lion Advisors seinen Single- Hedge-Fonds nach massiven Mittelabflüssen dichtgemacht. Mit weiteren Schließungen könnte gerechnet werden. Kein Wunder, dass sich deutsche Anleger reserviert zeigen. Dagegen laufen die Fondszertifikate besser, weil „die Auflagen für die Zertifikate nicht so hoch sind wie für Hedge-Fonds“, so eine Expertin von Stanley Morgan.

Grundgedanke der Hedge-Fonds: Die Manager kaufen nicht, sondern wetten auf steigende oder fallende Kurse an Aktienbörsen oder Rohstoffmärkten. Sie setzten auf Gold, Immobilien, Derivate oder auf Fremdwährungen. Das Ganze geht in die Nähe zum wissenschaftlichen Zocken. Wenn ein Manager auf fallende Aktien oder auf steigende Aluminiumpreise optiert, kann er Glück oder Pech haben. Die These, dass es sich hier um eine breite Risikostreuung handelt, hat zwar was für sich, aber die Gefahren sind nicht zu übersehen.

Daher haben die Warnungen vor den „riskanten“ Hedge-Fonds in der Presse wohl Wirkung gezeigt. Wachstumsorientierte Anleger kaufen lieber Zertifikate oder Mischfonds respektive reine Aktienfonds. „Deutsche Hedge-Fonds sind in einem für sie schlechten Marktumfeld gestartet und werden mit Aktien und Anleihen verglichen, auch wenn dieser Vergleich nicht ganz korrekt ist“, heißt es denn auch beim Bundesverband Alternative Investments (BAI).

Auch Großinvestoren bleiben weg: Gemessen an dem, was rechtlich möglich ist, sind Hedge-Fonds in deren Portfolios deutlich unterrepräsentiert. Trotz der deutlich gestiegenen Aktienkurse, der niedrigen Zinsen und der damit verbundenen Risiken von Kursrückschlägen wird die risikobegrenzende Wirkung von Hedge-Fonds nicht gesehen. Viele sehen Hedge-Fonds als ein Mode-Investment, das aus der Mode gekommen ist.

Der Dax hat 2005 mit einem Plus von 27 Prozent jede Wertentwicklung deutscher Hedge-Fonds übertroffen. Weltweit gewannen die Hedge-Fonds nur 7,5 Prozent dazu. Im Ausland heißt es, die deutschen Manager seien nicht qualifiziert genug. Wie auch immer: Die Anleger werden sich weiter rar machen. Dagegen will die Branche angehen: Die Gesetze sollten gelockert werden. „Das Ziel sollte es sein, Hedge-Fonds in Deutschland so zu regulieren, dass Anbieter ihre Produkte hier auflegen und nicht in Luxemburg oder Irland“, schreibt das Hamburger Fachblatt Absolut Report.

Fazit: Hedge-Fonds sollten nur als Abrundung des Portefeuilles dienen, aber keinesfalls im Mittelpunkt der Geldanlage und Altersvorsorge stehen.

 

FeedbackSenden
Anzeige

Kürzungen durch die PKV unter Verweis auf „medizinische Notwendigkeit“ – so können Sie reagieren

Ärzte freuen sich eigentlich über Privatpatienten. Doch leider gestaltet sich die Erstattung der Forderungen durch die Kostenträger manchmal etwas schwierig. Wir geben Praxisinhabern Tipps, wie sie... Mehr
Author's imageDr. Siegfried HammerlGeschäftsführer bei PAS Dr. Hammerl

Weitere Artikel zum Thema:

Anlageoptionen

Gute Aussichten für Photovoltaik-Fonds


Online-Verdienstrechner

Online-Verdienstrechner für Niedergelassene


IGeLn - aber richtig

Neuer Ratgeber für Ärzte


Marburger Bund

Sonderkonditionen für Mitglieder


Vorteile für Selbständige und Gewerbetreibende

Telefontarif für Selbständige


Anzeige
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne Bewerten
Drucken