Unrechtmäßige Bankgebühren

So holen Sie sich Ihr Geld zurück

Bei Bankgebühren gilt es genau hinzuschauen: Wie Studien zeigen, wird die aktuelle Rechtsprechung von manchen Instituten einfach ignoriert und der Kunde unerlaubt zur Kasse gebeten. Kunden können sich die zu viel gezahlten Gebühren aber erstatten lassen. Davon profitieren auch viele Ärzte.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in den vergangenen Jahren den Verbrauchern mit einigen Urteilen den Rücken gestärkt. Unter anderem kippte das höchste deutsche Zivilgericht die Klausel einer Raiffeisenbank, wonach Kunden für alle Buchungen ohne Einschränkung bezahlen mussten (Az. XI ZR 174/13). Die Bank hatte festgelegt, dass Kunden pro Buchungsposten grundsätzlich 0,35 Euro zu berappen haben. Überweisungen aller Art waren damit ebenso kostenpflichtig wie Zahlungen per EC-Karte oder das Geldziehen am Automaten. Dem BGH ging diese pauschale Entgeltklausel zu weit. Mit ihr wälze die Bank „Aufwand zur Erfüllung eigener Pflichten auf ihre Kunden ab“. Eine Bank müsse zumindest „in Fällen der fehlerhaften Ausführung eines Zahlungsauftrags das Zahlungskonto wieder auf den sachlich richtigen Stand bringen“. Kostenlos. Mit zwei weiteren Urteilen hat der BGH zudem die von vielen Banken erhobenen Gebühren für Kredite gekippt (Az.: XI ZR 405/12 und XI ZR 170/13).

Grundsätzlich sind alle Gebühren unzulässig, die für Aufgaben erhoben werden, mit denen die Bank eine gesetzliche Pflicht erfüllt. Auch Tätigkeiten, die die Bank im eigenen Interesse erfüllt, müssen keinesfalls vom Kunden bezahlt werden. Doch es gibt immer noch Banken, die diese Vorgaben ignorieren, wie eine Studie der Verbraucherzentralen gezeigt hat.

Ärzte, die feststellen, dass ihnen unzulässige Gebühren abgebucht werden, können sich dagegen wehren und die zu Unrecht bezahlte Gebühren zurückholen.

Und so funktioniert’s:
Schritt 1:  Sehen Sie Ihre Kontoauszüge regelmäßig sorgfältig durch und achten Sie vor allem auf nicht nachvollziehbare Bankentgelte und plötzliche Preisveränderungen. Sollte Ihnen etwas merkwürdig auffallen, fragen Sie sofort nach. Häufig reicht schon eine telefonische Reklamation, um unrechtmäßige Gebühren erstattet zu bekommen.

Schritt 2: Sollte die Bank nicht reagieren, ist es wichtig, den offiziellen Weg zu beschreiten und nicht klein beizugeben. Fordern Sie Ihre Bank im nächsten Schritt deshalb schriftlich auf, die Gebühren zurückzuzahlen. Musterschreiben dafür finden Sie auf den Internetseiten von Verbraucherverbänden. Rückforderungsansprüche gegen Kreditinstitute verjähren im Normalfall in drei Jahren. Um die Verjährung zu stoppen, müssen Sie nachweisen können, dass Sie Ihre Forderungen vor Ablauf der Frist gestellt haben. Lassen Sie sich deshalb unbedingt den Eingang des Briefes von der Bank bestätigen oder schicken Sie das Schriftstück gleich per Anschreiben los.

Schritt 3: Weigert sich die Bank weiterhin, Ihren Anspruch zu erfüllen, können Sie auch einen Ombudsmann anrufen und ein Schlichtungsverfahren einleiten. Infos finden Sie unter http://verbraucher.bankenverband.de/beschwerdestelle.

Schritt 4: Reagiert die Bank weiterhin nicht, bleibt nur die Möglichkeit, zum Rechtsanwalt zu gehen und notfalls zu klagen. Rechtsschutzversicherte sind hier klar im Vorteil.

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