Je jünger, desto unzuverlässiger

Unzuverlässigkeit von Patienten kostet niedergelassene Ärzte Millionen

Unzuverlässige Patienten, die Termine platzen lassen, sind für jeden niedergelassenen Arzt ein Ärgernis. Welches Ausmaß der Schaden für die betroffenen Praxisinhaber mitunter annimmt, bringt nun eine spezielle Arztpraxis-Umfrage im Rahmen der großen deutschen Pünktlichkeitsstudie 2017 zum Vorschein.

Demnach beklagt mehr als die Hälfte aller befragten Ärzte finanzielle Einbußen von bis zu 1.000 Euro und mehr im Monat. „Rechnet man das hoch auf alle niedergelassenen Ärzte in Deutschland, geht es hier um Verluste in mehrstelliger Millionenhöhe“, fasst Studienleiter und infin-Geschäftsführer Uwe Schneider die beunruhigenden Ergebnisse zusammen.

Termintreue: Je jünger, desto unzuverlässiger!

Doch nicht nur die finanziellen Nachteile machen vielen Praxisbetreibern zu schaffen. Nach ihrem persönlichen Eindruck gefragt, gaben 51 Prozent der Umfrage-Teilnehmer an, eine zunehmende Verstärkung des Negativtrends zu beobachten.

Wenig überraschend in diesem Zusammenhang: Während Patienten jenseits der 51 Lebensjahre als besonders pflicht- und terminbewusst wahrgenommen werden, gelten Praxisbesucher zwischen 19 und 30 Jahren als klare Spitzenreiter in Sachen Unzuverlässigkeit (44,64 %).

Knapp die Hälfte aller befragten Praxen versucht entgegenzusteuern und erinnert ihre Patienten aktiv an bevorstehende Termine – meist persönlich per Telefon (42,93 %), häufig aber auch über den vergleichsweise teuren Postweg (31,48 %). Günstige Alternativen wie SMS (8,94 %) oder E-Mail (14,49 %) kommen dagegen noch sehr selten zum Einsatz.

Terminverwaltung auf dem Papier ist Standard

Eine zeit- und kostensparende automatisierte Terminerinnerung nutzt auch erst knapp ein Fünftel aller Befragten. Ein Umstand, der sich mit einer weiteren Beobachtung deckt: Noch immer ist der klassische, gedruckte Terminkalender mit über 40 Prozent die häufigste Art der Terminverwaltung in Arztpraxen. Dagegen nutzt nicht einmal die Hälfte der befragten Ärzte eine digitale Terminverwaltungslösung (Praxissoftware: 38,86 %, Stand-alone Terminverwaltungssoftware: 5,70 %). Handlungsbedarf sieht an dieser Stelle aber immerhin bereits ein Drittel der befragten Hausäzte und Fachärzte.

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