Hohe Nettorenditen

Geldgeschenke und ihre steuerliche Behandlung

Geldgeschenke an Kinder sorgen im Saldo für hohe Nettorenditen. Da kommt gerade zu Weihnachten Freude auf. Der Fiskus begutachtet solche Transaktionen aber mit Argusaugen.

Klar, Kinder kosten Geld. Doch manchmal bringen sie auch etwas ein – wenn man es nur richtig anstellt. Etwa, indem Papa und Mama Kapital auf clevere Weise übertragen. Hintergrund: Ehepaare, also auch verheiratete Eltern, erhalten pro Jahr 1.602 Euro Zinsen steuerfrei. Transferieren sie Kapital auf den noch nicht erwerbstätigen Nachwuchs, sind hingegen pro Kind 8.841 Euro brutto für netto drin.

Die hierbei zu beachtenden Schenkungsteuer-Freibeträge sind 2009 deutlich gestiegen – für Kinder auf 400.000 Euro und für Enkel auf 200.000 Euro. Schenken Vater und Mutter getrennt, gilt der Freibetrag sogar doppelt. Weiterer positiver Aspekt: Frühzeitig übertragene Wertpapiere und Sparguthaben wirken später nicht mehr belastend auf die Erbschaftsteuer, sofern der Todesfall erst zehn Jahre nach dem Geldpräsent eintritt. Dann werden Geschenke nicht mehr zum Wert des Nachlasses hinzugerechnet und die persönlichen Freibeträge sind erneut gültig, etwa für geerbte Immobilien oder weiteres Kapitalvermögen.

Solch familieninterner Kapitalübergang ist nicht anrüchig. Angehörigen steht es frei, ihre Rechtsverhältnisse untereinander so zu gestalten, dass die Steuerbelastung am Ende möglichst gering ist. Doch müssen die Eltern Wertpapiere, Sparguthaben oder ganze Depots dauerhaft transferieren. Notwendig ist die Eröffnung einer neuen Bankverbindung, wohin die Kapitalerträge des Kindes fließen. Steuerschädlich wäre beispielsweise, wenn die Kapitaleinnahmen wieder abgezogen werden, das Geldgeschenk nur befristet ist oder unter bestimmten Bedingungen zurück an den ehemaligen Besitzer fällt.

Wird gegen diese Regeln verstoßen, rechnet das Finanzamt die Zinsen, Dividenden und Kursgewinne rückwirkend den Eltern zu. Dann kommt es neben den Nachforderungen auch noch zu Zinsnachzahlungen. Zwar fällt den Finanzbeamten heutzutage nicht mehr über die Steuererklärung auf, dass die Eltern plötzlich weniger Kapitalerträge deklarieren. Denn im Rahmen der Abgeltungsteuer müssen diese Einnahmen seit 2009 zumeist nicht mehr in die Formulare eingetragen werden. Dafür gibt es aber jetzt eine neu eingeführte Kontrolle. Sollen Banken auf Wunsch des Kunden Guthaben auf eine andere Person umbuchen, melden sie das dem Fiskus automatisch als Schenkung.

A&W-TIPP
Damit die Bank …

… oberhalb des Freistellungsauftrags von 801 Euro keine Abgeltungsteuer einbehält, sollten Eltern für ihren Nachwuchs beim Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen. Sie gilt unabhängig von der Höhe der Beträge. Dieser Freibrief ist über das Formular NV 1 A erhältlich, wird in der Regel für drei Jahre ausgestellt und ist dann in der Regel neu zu beantragen. Schummeleien fallen künftig auf, denn die Institute melden dem Fiskus ab 2012 steuerfrei ausbezahlte Erträge.

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