Verband medizinischer Fachberufe e.V. verabschiedet Resolution

Verband fordert Corona-Sonderbonus für MFA, TFA und ZFA

Auf der 26. Bundeshauptversammlung des Verbandes medizinischer Fachberufe e.V. in Göttingen haben die Mitglieder eine Resolution beschlossen. Die Forderung lautet, die besonderen Leistungen von Mitarbeitenden in Arzt-, Tierarzt- und Zahnarztpraxen während der Corona-Pandemie mit einem angemessenen finanziellen Bonus zu würdigen und dies aus Steuermitteln zu finanzieren.

Zuvor hatte schon der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) den”methodischen Fehler” bemängelt, dass in Diskussionen um Boni, wie sie z.B. für Pflegekräfte in Kliniken geführt wurden, Niedergelassene und ihre Mitarbeiter konsequent unbeachtet blieben.

Die Diskussion um den Sonderbonus und die Neubewertung der systemrelevanten Tätigkeiten dürfe im Gesundheitswesen nicht nur den Bereich der Alten- und Krankenpflege abdecken, so die neugewählte Präsidentin des Verbandes, Hannelore König: „Die ärztliche und zahnärztliche Versorgung und Betreuung der Patienten und Patientinnen konnte während der ersten Welle der Corona-Pandemie nur durch die zuverlässige und verantwortungsvolle Mitarbeit der Medizinischen und Zahnmedizinischen Fachangestellten aufrechterhalten werden. Einen ebenso wichtigen Beitrag haben die Tiermedizinischen Fachangestellten geleistet, um die tiermedizinische Versorgung zu gewährleisten.”

Großteil der COVID-Patienten in Arztpraxen betreut

Sie erinnerte in diesem Zusammenhang auch daran, dass für den ambulanten Bereich zunächst keine ausreichende Schutzausrüstung zur Verfügung stand und somit viele dieser Berufsangehörigen tagtäglich direkten Kontakt mit Infizierten oder Verdachtsfällen hatten, also einem besonders hohen Risiko ausgesetzt waren. Den Statistiken zufolge wurden sogar sechs von sieben COVID-19-Patienten im ambulanten Bereich versorgt.

Die Folgen zeigt eine aktuelle Analyse der Arbeitsunfähigkeitsdaten der AOK-Mitglieder, die bestätigt, dass Medizinische und Zahnmedizinische Fachangestellte unter den TOP 10 der Berufsgruppen mit den höchsten krankheitsbedingten Fehlzeiten im Zusammenhang mit Covid-19 liegen. Die Medizinischen Fachangestellten werden an dritter Stelle angeführt. Im betrachteten Zeitraum haben 1.207 je 100.000 beschäftigte MFA im Zusammenhang mit Covid-19 an ihrem Arbeitsplatz gefehlt. Damit waren MFA rund 2,5-mal so häufig betroffen wie der Durchschnitt von 474 je 100.000 AOK-versicherten Beschäftigten. Sie liegen in etwa auf gleich hohem Niveau wie die Beschäftigten in der Altenpflege mit 1.283 und der Gesundheits- und Krankenpflege mit 1.237 Betroffenen.  Auch die Zahnmedizinischen Fachangestellten waren 1,7-mal häufiger betroffen als der Durchschnitt der AOK-Beschäftigten.

Berufsgruppe nicht vergessen

“Viele unserer Kollegen und Kolleginnen arbeiten dabei im Niedriglohnbereich – und zum Teil unterhalb des Mindestlohns für Pflegehilfskräfte”, so König. Ein entsprechender Bonus wäre ein erstes Achtungszeichen für eine bessere Wertschätzung dieser Berufsangehörigen, denn die Leistungen insbesondere der Medizinischen Fachangestellten blieben in der Pandemie unbeachtet. “An dieser Stelle möchten wir betonen, dass wir den Sonderbonus für die Pflegekräfte unterstützen. Aber die Politik darf die Leistungen der anderen systemrelevanten Berufe nicht vergessen.”

Um die Beschäftigten in Arzt-, Tierarzt- und Zahnarztpraxen nicht weiter von der allgemeinen Lohnentwicklung abzukoppeln, sei es außerdem dringend erforderlich, die erzielten Tarifsteigerungen in diesen Bereichen analog den Pflegekräften gegen zu finanzieren. König: Bestenfalls haben Politiker bisher auf unsere Forderungen mit warmen Worten reagiert und die Bedeutung der MFA, TFA und ZFA als systemrelevant bestätigt. Jetzt ist es Zeit, diesen Worten auch Taten folgen zu lassen.“

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