Lohnen die sich noch?

Schiffsfonds: Verlustzuweisung oder Tonnagesteuer!

Das bislang so lukrative Geschäft mit den doppelt begünstigten Schiffsfonds wandelt sich. Statt „sowohl als auch“, gilt künftig „entweder oder“. Wir haben nachgefragt, ob sich Schiffsbeteiligungen überhaupt noch lohnen. Und für wen?

Verlustzuweisungen laufen aus. Man glaubt es ja kaum: Für nur acht Cent wird heutzutage eine Flasche Wein von Chile nach Hamburg transportiert. Mit Erfindung der Container begann eine große Erfolgsgeschichte. Denn Containerschiffe, Rohöltanker und Massengutfrachter gelten als die großen Gewinner der unaufhaltsamen Globalisierung. „In der Vergangenheit wurden nach Steuern oft Renditen zwischen 20 und 40 Prozent erzielt, als noch die hohen Verlustzuweisungen möglich waren“, sagt ein Insider. „Heute sind es nur noch acht bis zwölf Prozent.“

2007 läuft auch noch der Doppelvorteil aus, erst die steuerlichen Verlustzuweisungen zu verwirklichen und später die dank Tonnagesteuer weitgehend steuerfreien Ausschüttungen zu genießen. Vielmehr müssen die Anleger künftig zu Beginn ihres Engagements entscheiden, ob sie die Verlustzuweisungen wollen. Dann unterliegen die Erträge der normalen Besteuerung. Oder sie nutzen die Vorteile der Tonnagesteuer. Ausschüttungen und Veräußerungsgewinne bleiben dann beinahe steuerfrei. Dafür gibt es keine hohen Anfangsabschreibungen und Verlustzuweisungen. Die Emissionshäuser haben sich längst darauf eingestellt. Sie setzen jetzt stärker auf Rendite.

Lange Bindung. Mit einem Schiffsfonds beteiligen sich Investoren am Bau und Betrieb eines Schiffes. Sie werden zum Unternehmer, der nicht nur am Ertrag, sondern auch an möglichen Verlusten beteiligt ist. Und sie binden ihr Kapital langfristig, oft für zwölf bis 18 Jahre. Bevor das Schiff nicht verkauft ist, kommen sie nicht an ihr Geld.

Die Risiken sind dabei nicht zu unterschätzen, das größte ist der Preis des Schiffes. „Im Einkauf liegt der Gewinn“, weiß jeder Reeder. Von teuren Dampfern lässt er lieber die Finger, denn sie lohnen nur, wenn sie dauerhaft hohe Charterraten erzielen – ein gewagtes Geschäft. „Wir empfehlen, Schiffsfonds derzeit unterzugewichten“, sagt ein Marktbeobachter. Sinnvoll sei eine Investition nur, wenn das Schiff bereits vor Jahren günstig erworben wurde. Seither hat der Wettbewerb die Preise in die Höhe getrieben. Einige Anbieter verzichten bereits auf neue Geschäfte. Derzeit sind noch hohe Fracht- und Charterraten zu erzielen, aber künftig werden die Raten wohl sinken, denn zur Zeit werden so viele neue Schiffe gebaut, dass die Engpässe auf dem Schiffsmarkt beseitigt sind.

Weiterer Nachteil: Man kommt bei dieser langfristigen Anlage kaum vorzeitig ans Geld. Allerdings hat sich inzwischen ein zweiter Markt gebildet, und der Handel mit gebrauchten Beteiligungen wächst. Einige bekannte Namen sind Meridian 10, Fondsbörse Hamburg oder Maritim Invest.

A&W-KOMPAKT

Merkmale eines Schiffsfonds

  • Der Anleger erwirbt einen Anteil am Gesellschaftskapital.
  • Es ist eine langfristige Investition mit in der Regel zehn bis 25 Jahren Laufzeit.
  • Es gibt keinen Anspruch auf eine feste Verzinsung oder einen festen Rückzahlungstermin.  Vielmehr wird man an den wirtschaftlichen Ergebnissen der Fondsgesellschaft beteiligt.
  • Die Renditen in der Vergangenheit betrugen 20 Prozent und mehr.
  • Die Risiken können zu einem Totalverlust der Beteiligung führen.
  • Es existiert ein Verkaufsprospekt, in dem die wesentlichen Angaben zum Investment und die steuerlichen und die rechtlichen Rahmenbedingungen beschrieben sind.
  • Für Chancen auf einen Verkauf der Beteiligung besteht keine Gewähr. Zweitmärkte sind derzeit im Aufbau.
  • Es gibt keine staatlichen Kontrollen. Anbieter von Schiffsfonds benötigen keine staatliche Erlaubnis und müssen keinen Befähigungs- oder Zuverlässigkeitsnachweis erbringen.
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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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