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Atemwegsinfektionen: Was auf die Praxen im Herbst und Winter noch zukommt


Ill woman coughing in an hotel room on summer vacations on the beach

Haus- und Facharztpraxen sind in den kommenden Monaten erneut stark gefordert: Fast 70 Prozent der jährlich 32 Millionen akuten Atemwegsinfektionen entstehen in der Herbst- und Winterzeit, wie die Grafik der Woche zeigt.

Nicht nur die COVID-19-Pandemie führt zur verstärkten Inanspruchnahme des Gesundheitswesens, sondern auch die wiederkehrenden Erkältungsviren und die jährliche Grippewelle in der Herbst- und Wintersaison. Das bestätigen aktuelle Analysen.

Zi untersucht Verlauf der Atemwegsinfekte

Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hat die vertragsärztlichen Abrechnungsdaten der Jahre 2017 bis 2019 ausgewertet und untersucht, wie sich die jährlich rund 32 Millionen ambulant versorgten Atemwegsinfekte im Jahresverlauf verteilen. Eingeschlossen sind neben der Influenza (Grippe) auch die akute Bronchitis sowie unspezifische akute Infektionen der oberen Atemwege (sog. Erkältungen bzw. grippale Infekte).

Besondere Gefährdung im ersten Quartal des Jahres

Die Auswertung zeigt, dass bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mehr als zwei von drei Infekten im Winter diagnostiziert werden – besonders häufig im ersten Quartal des Jahres, also zwischen Januar und März. Hier treten 38 Prozent der Infekte bei Kindern und Jugendlichen und mehr als 43 Prozent der Infekte bei Erwachsenen auf. Bei den ab 65-Jährigen sind es 44 Prozent. Die bis 17-Jährigen haben einen Anteil von 35 Prozent an allen spezifischen Infekten, die 18- bis 64-Jährigen 57 Prozent und die Senioren ab 65 Jahren nur noch 8 Prozent. Deutlich häufiger als die schwerer verlaufende Grippe sind leichtere Verläufe des grippalen Infekts. Etwa 95,2 Prozent aller Erkältungserkrankungen gehen auf diese Infekte zurück.

Verschärfte Bedingungen während der Pandemie

„Die ambulante Versorgung muss sich dieses Jahr auf eine Erkältungssaison unter verschärften Pandemiebedingungen einstellen. Es ist darum zwingend erforderlich, dass die AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken) auch im Wartezimmer konsequent umgesetzt werden. So können weitere Infektionen vermieden werden. Haus- und Facharztpraxen werden dann weiterhin der ambulante Schutzwall der Kliniken sein und maßgeblich dazu beitragen, dass das Gesundheitssystem nicht zusätzlich belastet wird“, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried.

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