Fortbildung

Versäumnis gefährdet den Praxisverkauf!

CME-Punkte? „Wozu? Ich verkaufe ja bald meine Praxis“, denken viele ältere Niedergelassene. Ein riskanter Irrtum, denn ohne Punkte droht Zulassungsentzug, wenn der Verkauf platzt, warnt A&W-Redakteur Peter Leveringhaus.

Das GKV-Modernisierungsgesetz verpflichtet Vertragsärzte in Paragraf 95d SGB V zu regelmäßiger Fortbildung. 250 CME-Punkte müssen Sie als niedergelassener Arzt binnen fünf Jahren nachweisen. Kommen Sie dem nicht nach, wird Ihnen in den ersten vier Quartalen nach dem Stichtag für den Fünfjahreszeitraum das Honorar um zehn Prozent gekürzt. Liegt der KV auch dann noch kein Nachweis vor, wird ab dem fünften Quartal das Honorar um 25 Prozent gekürzt. Steht der Nachweis zum Ende des achten Quartals nach dem Stichtag immer noch aus, ist die KV verpflichtet, einen Antrag auf Entzug der Kassenzulassung zu stellen.

Erster Stichtag der seit 2004 greifenden Regelung war der 30. Juni 2009, mit zweijähriger Nachreichungsfrist also der 30. Juni 2011. Bundesweit drohte nach Angaben der Bundesärztekammer immerhin 1.060 Ärzten der Zulassungsentzug.

Auch für angestellte oder ermächtigte Ärzte besteht die fünfjährige Fortbildungspflicht. Nur für Weiterbildungsassistenten gilt diese Regelung nicht. Der Verlust der Zulassung ist dann kaum noch zu vermeiden. „Wenn Ärzte sich über einen derart langen Zeitraum der Fortbildung verweigern, wird dies in aller Regel als gröbliche Verletzung vertragsärztlicher Pflichten gewertet“, erläutert Dr. Wolf Bleichrodt vom Zulassungsausschuss der KV Bayerns. Der Handlungsspielraum für das Zulassungsgremium, die Zulassung doch nicht entziehen zu müssen, sei dann minimal. „Allein im Bereich der KV Bayerns haben wir im Jahr 2012 bislang 20 Fälle, in denen die Zulassung wegen fehlender Fortbildung entzogen wurde.“

Besonders bitter: Der Zulassungsentzug trifft zumeist ältere Niedergelassene, die eigentlich bald ihre Praxis verkaufen wollen. „Es gibt viele ältere Kollegen, die bereits so intensiv an den bevorstehenden Ruhestand denken, dass sie das Thema Fortbildung gar nicht mehr so richtig ernst nehmen“, sagt Bleichrodt. Auch viele Niedergelassene mit hohem Privatpatientenanteil seien an Fortbildungen kaum interessiert. Und ebenso gebe es oft Niedergelassene, „die zwar Fortbildungskurse besuchen, sich diese aber nicht schriftlich bestätigen“ ließen.

Und dann platzt der Praxisverkauf: Denn ohne Kassenzulassung findet der Praxisabgeber praktisch keinen Käufer. Und selbst wenn die Zulassung noch nicht faktisch entzogen wurde – die bloße Aussicht darauf, dass ein solches Verfahren im Raum schwebt, habe noch jeden potenziellen Praxisübernehmer zurückzucken lassen, weiß Bleichrodt.

 

A&W-TIPP

Ihre Ärztekammer …
… ist für die Zertifizierung der Fortbildung zuständig. Das Fortbildungszertifikat muss den Musterregelungen der Bundesärztekammer für ein Fortbildungszertifikat entsprechen. Die Detailregelungen finden Sie in der Fortbildungsordnung Ihrer Ärztekammer. Einzureichen ist der Fortbildungsnachweis bei Ihrer zuständigen KV. Falls dieser Nachweis der KV drei Monate vor Ablauf der maßgeblichen Frist nicht vorliegt, erfolgt seitens der KV in der Regel automatisch eine Erinnerung an das Fristende mit Hinweis auf die Honorarkürzung für den Fall des Fristversäumnisses.

 

 

 

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