87 Prozent der Ärzte sind Fachärzte

Völlig unterschätzt: Die wirtschaftliche Bedeutung der Fachärzte

Der niedergelassene Facharzt versorgt nicht nur Menschen mit gesundheitlichen Problemen, er ist auch Unternehmer und Arbeitgeber. Der Spitzenverband der Fachärzte hat nun Zahlen veröffentlicht, die die wirtschaftliche Leistung der Fachärzte verdeutlichten.

Dass die medizinische Versorgung in Deutschland weltweit ihresgleichen sucht, ist bekannt. „Welche Leistung die Fachärzteschaft in Klinik und Praxis darüber hinaus für die deutsche Wirtschaft und Gesellschaft erbringt, ist höchst anerkennenswert, aber in Zahlen oft unbekannt“, erklärt der Vorstandsvorsitzende des SpiFa, Dr. Dirk Heinrich, die Intention des Facharztdachverbandes. Gut 71,2 Millionen Behandlungen am Patient werden pro Quartal durch Fachärzte in Klinik und Praxis erbracht. „Sie sind damit das Rückgrat unserer medizinischen Versorgung“, so Heinrich weiter. Von den insgesamt 334.200 Ärzten in Klinik und Praxis beläuft sich der Anteil der Fachärzte auf insgesamt 87 Prozent.

Doch nicht nur der medizinische, sondern auch der ökonomische Fußabdruck der Fachärzte ist bemerkenswert. Pro Kalenderjahr investieren niedergelassene Fachärzte dem Spitzenverband zufolge rund eine Milliarde Euro in den Aufbau und Erhalt von Arbeitsplätzen und effektiven Versorgungsstrukturen. Das Geld fließt z.B. in den Neu- oder Umbau einer Praxis, der Anschaffung von Untersuchungsgeräten oder dem Aufbau der IT-Infrastruktur. Zusätzlich trägt jeder Facharzt, je nach Fachgruppe, eine Anfangsinvestition von ca. 150.000 bis zu 1.500.000 Euro.

Die Fachärzte in Klinik und Praxis leisten pro Jahr rund 438 Millionen Arbeitsstunden, wovon 172 auf die niedergelassenen Fachärzte entfallen. Die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit in der Praxis liegt bei 53,9 Stunden und in der Klinik bei 38,5 Stunden.

Weil Fachärzte die Vor- und Nachsorge der Patienten übernehmen, ist die durchschnittliche Verweildauer der Patienten in der Klinik zwischen 2009 und 2014 von 8 auf 7,4 Tage gesunken. Das klingt im ersten Moment nicht nach viel, hat den Krankenkassen in der Praxis aber Einsparungen in Höhe von 816 Millionen Euro gebracht.

„Als größter Facharztdachverband Deutschlands wollen wir zeigen, welch beachtlichen „Fußabdruck“ die Fachärzteschaft hinterlässt und damit das enorme Leistungspotenzial verdeutlichen und würdigen. Wir nennen dies den „Medizinisch-Ökonomischen Fußabdruck der Fachärzte“. Unser kürzlich gegründetes wissenschaftliches Institut, das „Deutsche Institut für Fachärztliche Versorgungsforschung (DIFA), wird zukünftig den Medizinisch-Ökonomischen Fußabdruck weiter entwickeln und veröffentlichen. Wir hoffen, dass die Darstellung zur Versachlichung der Diskussion auch im Bezug auf ärztliche Einkommen beiträgt.“

Die dazu gehörige Broschüre des Verbandes steht zum Download unter https://www.spifa.de/spitzenverband-fachaerzte/medizinisch-oekonomischer-fussabdruck.php#top zur Verfügung.

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