VERGÜTUNG

Vom Honorar bleiben den Ärzten 23,1 Prozent netto

Nur 23,1 Prozent bleiben den niedergelassenen Ärzten durchschnittlich vom Honorar. Was mit dem Rest geschieht, erläuterte der Bundesschatzmeister des Deutschen Hausärzteverbandes, Wolfgang Meunier, bei einer Konferenz in Berlin.

Auf einer so genannten MedInform-Konferenz mit dem Titel „Wie verdient der Arzt sein Geld? Das Labyrinth der ärztlichen Vergütung im niedergelassenen Bereich“ erläuterte der Allgemeinmediziner Wolfgang Meunier, Bundesschatzmeister des Deutschen Hausärzteverbandes und ehemaliger Stellvertretender Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland, die momentanen Ärztehonorare. „MedInform“ ist der Informations- und Seminarservice des Bundesverbandes Medizintechnologie.

Im Mittelpunkt stand die Frage „Wie verdient der Arzt sein Geld?“ Meuniers provokante Antwort: „Der Arzt versteht es selbst größtenteils nicht.“ Denn die Verteilung der 30 Milliarden Euro Honorar der Kassenärzte sei ein komplexes Thema aus Kollektivverträgen, Selektivverträgen und Kooperationsformen. Der Bewertungsausschuss verfeinere die Regelungen immer weiter. Dies liege daran, dass sich die Zahl der Eingriffe der Gesetzgeber in das Honorarverteilungssystem stark erhöht habe, so Meunier.

51,7 Prozent der Arzthonorare aus vertragsärztlichen Tätigkeiten fließen laut Meunier in Betriebsausgaben, 14,5 Prozent in Steuern und 7,2 Prozent in die Altersvorsorge. Dem Arzt bleiben durchschnittlich 23,1 Prozent Nettoeinkommen übrig. Die Steigerungen der Honorare lagen in den letzten Jahren bei rund drei bis vier Prozent. Die aktuellen Honorarsteigerungen lägen allerdings unter dem Inflationsausgleich. Es gibt große Unterschiede bei den Fachgruppen. Bei den durchschnittlichen Honoraren liegen die Chirurgen und Frauenärzte an der Spitze, die Hausärzte im Mittelfeld.

Über die kollektivvertragliche Vergütung hinaus gebe es im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung zahlreiche Selektivverträge. „Sie sind für althergebrachte Ärztefunktionäre der Horror, für fortschrittliche eine Möglichkeit, Arbeitsbedingungen der Ärzte und Versorgung der Versicherten zu verbessern“, sagte Meunier. Sein Fazit: „Fusionen und länderübergreifende Konsolidierungen bei den Krankenkassen erlauben es nicht mehr, dem Kollektivvertrag höchste Priorität zuzumessen, da die Machtverhältnisse zwischen KVen und Krankenkassen sich immer weiter verschieben.“

Anzeige

CGM ermöglicht TI-Anbindung ohne Aufpreis

Bereits 30.000 Ärzte und Zahnärzte ließen ihre Praxis durch CompuGroup Medical Deutschland AG (CGM) kostenneutral an die Telematikinfrastruktur (TI) anbinden. Sowohl Basisausstattung als auch die l... Mehr
Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

Weitere Artikel zum Thema:


In Bayern

Allgemeinärzte verbuchen knapp drei Prozent mehr Honorar


Durchschnittlicher Zugewinn

Praxen erhalten bundesweit über sieben Prozent mehr Honorar


Niedringzinsphase

Zinsen über vier Prozent


Thüringen

Ärzte bekommen 2014 mehr Honorar


Anzeige