Besser absichern

Vorm Standesamt noch zum Notar

Beinahe jede zweite Medizinerehe scheitert und zieht mitunter langwierigen Streit um Vermögen und Praxis nach sich. Trotzdem hat die Ehe Zukunft, eine besonders gute sogar, wenn sie durch einen Ehevertrag abgesichert ist.

Am Anfang hängt der Himmel voller Geigen. Da denkt keiner, dass das Glück mal zu Ende gehen könnte. Die Statistik weiß es besser: Bald jede zweite der knapp 400.000 Ehen, die in Deutschland Jahr für Jahr geschlossen werden, landet vor dem Scheidungsrichter. Gestritten wird dann meist nicht nur um das Sorgerecht für die Kinder, sondern auch um Hausstand und Unterhalt.

Wer einen Ehevertrag vereinbart, sei vor bösen finanziellen Überraschungen gefeit, sagt der Kölner Notar Jens Fleischhauer. Daran hat auch das Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 11. Februar 2004 nichts geändert. Darin stellte der BGH klar, dass Eheverträge, die die Lasten einseitig verteilen und einen Partner eklatant benachteiligen, sittenwidrig seien. Doch die Befürchtung, dass nach diesem Urteil unzählige Eheverträge als sittenwidrig einzustufen sind, hat sich bisher nicht bewahrheitet.

Fast vollständige Vertragsfreiheit haben die Ehepartner trotz BGH-Urteil nach wie vor bei der Regelung ihres Güterstands. Vertraglich kann von der Gütergemeinschaft bis hin zur Gütertrennung nach wie vor alles vereinbart werden, was nicht sittenwidrig ist. Wer keinen Ehevertrag schließt, lebt automatisch im Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Das heißt: Im Fall der Scheidung werden Anfangs- und Endvermögen eines jeden Ehepartners berechnet und miteinander verglichen. Wer mehr erwirtschaftet hat, muss von dem Überschuss die Hälfte an den anderen auszahlen. Entgegen der weit verbreiteten Meinung führt eine Ehe nicht zu einem gemeinschaftlichen Vermögen. „Die vor oder während der Ehe erworbenen Vermögen oder Schulden bleiben selbstständig“, stellt Fleischhauer klar.

Durch die Vereinbarung der Gütertrennung kann der Partner vom Zugewinn ausgeschlossen werden. „Die Gütertrennung bringt jedoch erhebliche erbrechtliche und erbschaftssteuerliche Nachteile mit sich“, warnt Fleischhauer. Bei- spiel: Sind in der Ehe zwei Kinder vorhanden, bekommt der überlebende Gatte vom Vermögen des Ehepartners nach der gesetzlichen Erbfolge statt der Hälfte nur noch ein Drittel. Zudem muss er auch den Teil des Vermögens, der dem Zugewinnausgleich entspricht, voll versteuern. „Sinnvoller als eine Gütertrennung ist daher eine modifizierte Zugewinngemeinschaft“, rät der Notar. In der kann der Partner bei einer Scheidung vom Zugewinn ausgeschlossen werden. Im Todesfall wird die Ehe jedoch wie eine Zugewinngemeinschaft behandelt.

Weniger Spielraum bei der Vertragsgestaltung gibt es seit dem BGH-Urteil bei den Punkten Unterhalt und Versorgungsausgleich. „So dürfen Paare Unterhaltszahlungen wegen Kinderbetreuung, Alter oder Krankheit nicht mehr ausschließen“, sagt Johannes Plott, Rechtsexperte bei „Finanztest“. Es sei denn, die Ehe wird im hohen Alter geschlossen oder aber der Verzicht auf den Unterhalt und den Versorgungsausgleich benachteiligt einen der Partner nicht eklatant.

A&W-TIPP

Wer einen Ehevertrag abschließen will, muss diesen von einem Notar beurkunden lassen. Ein Abschluss oder eine Modifikation des Vertrags ist auch noch im Laufe der Ehe möglich. Die Notarkosten sind dabei geringer als gemeinhin angenommen.

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