Geldabheben im Ausland

Vorsicht: Lassen Sie sich im Urlaub nicht abzocken!

Es scheint so bequem und sicher zu sein – Geldabheben im Urlaub. Doch der Gang zum Geldautomaten in Nicht-Euro-Ländern hat seine Tücken. Denn die ahnungslosen Touristen werden mit falschen Versprechen wie „Garantierter Wechselkurs“ oder „Keine Gebühren“ angelockt – und zahlen am Ende richtig drauf.

Das hatte sich Prag-Urlauber Jens Haussen (Name geändert) anders vorgestellt. Doch einige Wochen nach dem Trip in die Stadt an der Moldau erlebte der junge Assistenzarzt sein blaues Wunder, als die Kreditkartenabrechnung kam: Satte sechs Prozent hatte das Geldinstitut jeweils für seine getätigten Bargeldabhebungen an Gebühren aufgeschlagen. Und das, obwohl das Display am Geldautomat mit der Botschaft  „0%-Commission“ – also gebührenfrei – geworben hatte. So kostete Haussen das Shopping-Wochenende fast hundert Euro mehr als geplant.

Verbraucherschützer warnen daher Urlauber, vor Antritt ihrer Reise abzuwägen, wie viel Bargeld sie dort benötigen. Das gilt erst Recht, wenn es um Nicht-Euro-Länder geht. Denn wie die Zeitschrift „Finanztest“ berichtet, langen die Geldautomatenbetreiber in vielen Ländern beim Geldabheben richtig hin. Besonders teuer wird es für die Urlauber in Tschechien, Polen oder Großbritannien. Nicht selten werden sie dabei gezielt mit vermeintlichen Sicherheitsversprechen in die Kostenfalle gelockt.

Hinweisfelder suggerieren verlässlichen Umtauschkurs
Auf vielen Geldautomaten taucht im Bedienungsmenü während des Geldabhebens beispielsweise ein Hinweis (auch in deutscher Sprache) mit einer Warnung auf: „Kein gesicherter Wechselkurs“. In Wirklichkeit handelt es sich dabei um das verklausulierte Angebot, die Landeswährung in die gewünschte Euro-Währung umzurechnen. Zugleich färbt sich das Hinweisfeld (z.B.: „Ohne Währungsumrechnung“) warnend rot. Wer dann die Option „Mit Währungsumrechnung“ wählt, die einen vermeintlich „gesicherten Wechselkurs“ garantiert, hat damit den Service der Währungsumrechnung in Anspruch genommen – und den lassen sich die Automatenbetreiber teils fürstlich honorieren. Die Tester von „Finanztest“ fanden heraus, dass die zusätzliche Kursumrechnung – je nach Land und Automatenbetreiber – zwischen 2,5 und 9,6 Prozent lag. Dabei boten die Automaten in Tschechien und der Schweiz in allen getesteten Fällen eine Sofortumrechnung in Euro an. Auf dem mit dem Geldabheben ausgedruckten Auszug steht dann übrigens nur die ausgezahlte Euro-Summe. Der Kunde bemerkt also meist erst einmal nicht, dass er für die  Inanspruchnahme der Währungsumrechnung bezahlt hat.

Am dreistesten waren die festgestellten Kursaufschläge in Prag. Dort bekamen die Kunden zwischen 7,3 und 9,4 Prozent weniger ausgezahlt, wenn sie die Umrechnungsfunktion beansprucht hatten. Im polnischen Misdroy an der Ostseeküste gab der Automat zwar einen Kursaufschlag von 7,0 Prozent an, in Wirklichkeit waren es effektiv 9,6 Prozent.

Bei der Hausbank beschweren
Abgezockte Kunden können sich bei ihrer Hausbank beschweren. Allerdings müssen sie dazu wissen, wer der Geldautomatenbetreiber ist. Häufig werben die zwar mit dem Logo bekannter Kreditinstitute wie etwa der Citibank, doch oft steckt ein Zahlungsdienstleister wie Euronet dahinter, die meist nur durch ein dezentes Logo auf dem Display zu identifizieren sind.

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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