Kleinunternehmerregel

Neue Einnahmequellen: Vorsicht, das kann teuer werden

Die Ärzte müssen sich neue Einnahmequellen suchen, wie IGeL oder andere Leistungen, die die GKV nicht trägt. Die werden dann privat liquidiert, was ein Steuerkarussell in Gang setzt.

Zwar ist, wer heilberufliche Leistungen erbringt, die der Heilung, Vorbeugung und Linderung von Krankheiten in der Humanmedizin dienen, gemäß Paragraf 4 Nr. 14 UStG von der Umsatzsteuer befreit, dies gilt jedoch nicht für Leistungen, wie beispielsweise für den Verkauf von orthopädischen Einlegesohlen oder für das Erstellen von Alkoholgutachten zur Untersuchung der Fahrtüchtigkeit.

Solange die steuerpflichtigen Leistungen im Vorjahr einen Gesamtwert von 17.500 Euro nicht überschritten haben und nach einer Umsatzprognose am Anfang des laufenden Jahres voraussichtlich 50.000 Euro nicht überschreiten werden, ist der Arzt nach der gesetzlichen Regelung Kleinunternehmer. Damit wird die geschuldete Umsatzsteuer nicht erhoben. Selbstverständlich können im Zusammenhang mit diesen Leistungen auch keine Vorsteuern geltend gemacht werden. „Soll dies verhindert werden, kann auf die Anwendung dieser Regelung durch Option zur Regelbesteuerung allerdings verzichtet werden“, erklärt etwa Ecovis-Steuerberaterin Kathrin Witschel. Der Unternehmer ist dann fünf Jahre lang an seine Option gebunden.

Bei der Ermittlung der Umsatzsteuergrenze müssen aber alle umsatzsteuerpflichtigen Einnahmen des Steuerpflichtigen berücksichtigt werden, auch jene, die außerhalb der freiberuflichen Praxis erzielt werden. Solche Einnahmequellen sind etwa

  • Einnahmen aus einer Referententätigkeit,
  • Einnahmen aus schriftstellerischer Tätigkeit,
  • Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung oder
  • Einnahmen aus ebay-Geschäften.

Die Kleinunternehmerregelung muss einheitlich ausgeübt werden. Es ist nicht möglich, die schriftstellerischen Einnahmen der Umsatzsteuer zu unterwerfen, um aus den Kosten einer Leserreise den Vorsteuerabzug zu begehren, und gleichzeitig die Einnahmen aus dem Brillen-Verkauf umsatzsteuerfrei zu behandeln.

Zwar kann ein Steuerberater darüber informieren, wenn sein Mandant sich mit seinen umsatzsteuerfreien Umsätzen der Höchstgrenze nähert. Hierfür muss er aber nicht nur über alle Praxis-Einnahmen informiert sein, sondern auch über alle weiteren Umsätze. Weil viele Steuerpflichtige diese Informationen nicht weitergeben, mehren sich die Fälle, in denen im Rahmen einer Betriebsprüfung durch Kontrollmitteilungen andere Umsätze bekannt werden, die dann insgesamt den Rahmen von 17.500 Euro sprengen.

A&W-KOMPAKT

Die gesamten Umsätze …
… werden dann nachträglich der Umsatzsteuer unterworfen. Der Fiskus rechnet dann den jeweiligen Umsatzsteuerbetrag heraus, den der Steuerpflichtige schließlich an das Finanzamt nachentrichten muss. Da in vielen Fällen die Leistungsempfänger Privatpersonen sind, ist es aber fast unmöglich, diesen die Umsatzsteuer nachträglich noch in Rechnung zu stellen. Ein schwacher Trost: In solchen Fällen besteht immerhin die Möglichkeit des anteiligen Vorsteuerabzugs.

Anzeige

CGM ermöglicht TI-Anbindung ohne Aufpreis

Bereits 30.000 Ärzte und Zahnärzte ließen ihre Praxis durch CompuGroup Medical Deutschland AG (CGM) kostenneutral an die Telematikinfrastruktur (TI) anbinden. Sowohl Basisausstattung als auch die l... Mehr
Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

Weitere Artikel zum Thema:

Gebäudeversicherung

Leistungen gelten als Einnahmen


Kostenloser Kalkulator

Online-Verdienstrechner für Allgemeinmediziner


Vorteile für Selbständige und Gewerbetreibende

Telefontarif für Selbständige


Marburger Bund

Sonderkonditionen für Mitglieder


IGeLn - aber richtig

Neuer Ratgeber für Ärzte


Anzeige