Neue Minijob-Regelung

Mini-Job: Kostenrisiken für Arbeitgeber

Anfang 2013 stieg die Geringverdienergrenze von 400 auf 450 Euro. Ihre Minijobber dürfen nun also mehr verdienen. Vorsicht: Hier lauern Kostenrisiken für Sie als Arbeitgeber.

1. Falle: Heuer eingestellte Mini-Jobber. Ein Mini-Jobber, der ab dem 1. Januar 2013 eine geringfügig entlohnte Beschäftigung bis maximal 450 Euro im Monat aufnahm, ist grundsätzlich rentenversicherungspflichtig. Sein Beitrag: die 3,9 Prozent Differenz zwischen dem Pauschalbeitrag des Arbeitgebers und dem vollen Rentenversicherungsbeitragssatz. Bei 450 Euro Verdienst beträgt der Eigenanteil des Mini-Jobbers also 17,55 Euro. Bei Mini-Jobs in Privathaushalten sind 13,9 Prozent des Entgelts aufzuwenden (18,9 % minus 5 % Pauschalbeitrag des Arbeitgebers). Will sich der Mini-Jobber von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen, muss er dies bis spätestens vier Wochen nach Beschäftigungsbeginn beantragen. Tut er’s später, wirkt die Befreiung erst ab Antragstellung.

2. Falle: Erhöhung des Entgelts auf mehr als 400 Euro. Mini-Jobber, die schon vor dem 1. Januar 2013 beschäftigt waren, bleiben weiterhin rentenversicherungsfrei. Wird ihr Entgelt allerdings auf mehr als 400 Euro erhöht, tritt Rentenversicherungspflicht ein. Ein Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht spart ihm allerdings eigene Beiträge.

Falle 3: Mindestrentenversicherungsbeitrag für Kleinstverdiener. Bei Mini-Jobbern, die monatlich weniger als 175 Euro verdienen, ist Vorsicht geboten. Erhebliche Nettoeinbußen sind die Folge, wenn versäumt wird, die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht zu beantragen. Zur gesetzlichen Rentenversicherung ist immer ein monatlicher Mindestbeitrag in Höhe von 33,08 Euro (18,9 % von 175 Euro) zu entrichten. Auch wenn der Verdienst unter 175 Euro liegt. So muss ein Mini-Jobber, der monatlich 100 Euro verdient, 18,08 Euro als Eigenanteil für die Rentenversicherung zahlen (33,08 Euro minus 15 Euro Pauschalbeitrag des Arbeitgebers). Ausgezahlt werden ihm dann nur noch 81,92 Euro. Wäre er in einem Privathaushalt beschäftigt, müsste er sogar 28,08 Euro Eigenanteil für die Rentenversicherung zahlen.

4. Falle: Familienversicherung verhindert Krankenversicherungspflicht. Beschäftigte, die schon vor dem 1. Januar 2013 mehr als 400 (aber nicht mehr als 450) Euro verdienten, sind nur dann noch kranken- und pflegeversicherungspflichtig, wenn nicht die Familienversicherung für sie aufkommt. Dafür muss ihr regelmäßiges monatliches Gesamteinkommen 450 Euro übersteigen. Krankenversicherungspflichtig ist somit nur noch, wer neben dem Mini-Job noch weitere Einkünfte bezieht, oder wem das monatliche Gehalt für die bisherige Beschäftigung auf mehr als 450 Euro erhöht wird.

A&W-TIPP

Um unnötige Nachzahlungen …
… zu vermeiden, sollten Arbeitgeber zeitnah prüfen, ob für ihre Mini-Jobber Renten- und Krankenversicherungspflicht besteht. Ist dies der Fall, sollten die Mini-Jobber über die Befreiungsmöglichkeit informiert und eventuelle Befreiungsanträge rechtzeitig an die Minijob-Zentrale gemeldet werden.

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