Arbeitsunfähigkeit

Arbeitsunfähigkeit: Was beim Tagegeld zu beachten ist

Wird der Arzt selber krank, braucht er gute Absicherung. Sie sollte flexibel sein und der Einkommensentwicklung folgen. Bei hohen Sätzen und längerer Arbeitsunfähigkeit kontrollieren die Versicherer penibel.

Obwohl die Leistungen bei den Tagegeldtarifen in etwa gleich sind, gibt es merkliche Prämiendifferenzen. Die teuersten PKV-Unternehmen verlangen das Dreifache wie die preiswerten Gesellschaften. Die Idee liegt nahe, eine separate Police zu kaufen. Doch (bei fast allen Versicherern) gibt es ein großes Risiko: Wenn das Tagegeld allein besteht, kann es in den ersten drei Jahren vom Versicherer gekündigt werden. Diese Gefahr gibt es nicht, wenn die Vollversicherung und das Tagegeld in einer Hand sind: Der Versicherer verzichtet dann generell auf dieses Kündigungsrecht. In einem Gruppenvertrag gibt es ohnehin keine Kündigung durch die Gesellschaft.

Ärzte können sehr hoch absichern – bis zu 600 Euro pro Tag und dies (im Gegensatz zur Praxisausfall-Versicherung) steuerfrei plus zeitlich unbegrenzt. Kurze Karenzzeiten sind sehr teuer. Leistungen gibt es in der Regel nur bei völliger Arbeitsunfähigkeit, bei einigen Versicherern wird auch bei teilweiser Arbeitslosigkeit gezahlt. Manche leisten auch bei Kuraufenthalt. Ganz wichtig: Einige Versicherer bieten an, in gewissen Abständen das bestehende Tagegeld ohne Gesundheitsprüfung und ohne Wartezeiten zu erhöhen. Aber auch individuelle Anpassungen zu ähnlichen Bedingungen sind machbar.

Normalerweise endet die Police mit dem Bezug von Altersruhegeld. Weil aber die meisten Ärztinnen und Ärzte Altersrente aus dem Versorgungswerk schon ab 60. Lebensjahr beziehen und gleichzeitig weiterarbeiten, gibt es Probleme. Aber immer mehr Gesellschaften ermöglichen es den Kunden, auch in diesen Fällen die Krankentagegeld-Police fortzusetzen. Oft wird aber weniger gearbeitet und damit weniger eingenommen – dann muss die Höhe der Sätze reduziert werden.

Generell ist Vorsicht angebracht:
Bei längeren Zahlungsräumen schaut der Versicherer genau hin. Wer gelegentlich in seine Praxis geht oder vereinzelt Anweisungen vom Krankenbett erteilt, muss – so die Urteile einiger Gerichte – nichts
befürchten. Ein erkrankter Chefarzt dagegen, der Besprechungen leitete, hatte Pech: Das Tagegeld fiel weg! Das gleiche passierte einem arbeitsunfähigen selbstständigen Mediziner, der sich selbst behandelt
hatte. Ein Kölner Kollege übernahm in seiner Praxis kleine organisatorische Tätigkeiten – auch er bekam keinen Verdienstausfall mehr.

Das Oberlandesgericht Karlsruhe
präzisierte schon 2002: „In der Praxis wird man dahingehend abgrenzen können, ob Arbeiten von wirtschaftlichem Wert erbracht werden, die dann krankengeldschädlich wären.“ Zudem kontrollieren die Versicherer von Zeit zu Zeit, auch anonym, ob der Arzt wirklich im Bett liegt. In manchen Fällen wurde nicht nur die Zahlung eingestellt, sondern auch gleich gekündigt.

Wer als Niedergelassener freiwillig in der GKV ist, erhält inzwischen kein Krankengeld mehr. Er kann sich entweder für einen Wahltarif der Kassen oder für eine Privatpolice entscheiden. Erster Pferdefuß: Beim Kassen-Tarif ist man für drei Jahre an die Kasse gebunden. Ein Wechsel zur Konkurrenz oder zur PKV ist nicht möglich. Zweiter Pferdefuß speziell beim Privat-Tarif: Wer in die
PKV wechselt muss eine Gesundheitsprüfung über sich ergehen lassen – dafür ist die Police in der Regel dann aber auch preiswerter als bei den gesetzlichen Kassen.

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