Private Praxiswagen-Nutzung

Vorsicht mit dem Fahrtenbuch!

Wer seinen Praxiswagen auch privat nutzt, muss bei der Berechnung aufpassen. Ob Fahrtenbuch oder 1-Prozent-Regelung: Tücken lauern überall.

Hausbesuche bei Patienten, Treffen im Qualitätszirkel, Fahrten zu Fortbildungen und der tägliche Arbeitsweg. Kein Problem: Denn Betriebsfahrten sind Betriebsausgaben. Streitigkeiten mit dem Fiskus lauern nur, wo es um die Ermittlung des privaten Anteils geht. Hierfür gibt es zwei Varianten: die Fahrtenbuchmethode oder die 1-Prozent-Regel.

In seinen aktuellen Entscheidungen hat der Bundesfinanzhof (BFH) die formellen Voraussetzungen zur Führung eines ordnungsgemäßen Fahrtenbuchs festgelegt. Neben manuellen genügen nun auch elektronische Aufzeichnungen. Aber nur, wenn nachträgliche Veränderungen der Daten technisch ausgeschlossen sind oder in der Datei dokumentiert und angezeigt werden. Eine Excel-Tabelle genügt nicht. Zudem hat der BFH bestätigt, dass Fahrtenbücher zeitnahe (tägliche) und laufende Eintragungen für den gesamten Zeitraum (meist Kalenderjahr) voraussetzen. Die Beschränkung auf einen repräsentativen Zeitraum genügt nicht. Ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch enthält für jede betriebliche Fahrt folgende Eintragungen:

  • Datum der Fahrt;
  • Kilometerstand zu Beginn und
  • zum Ende jeder Fahrt;
  • Reiseziel;
  • Reisezweck;
  • aufgesuchte Geschäftspartner.

Der Verschwiegenheitspflicht unterliegende Ärzte können bei Reisezweck „Patientenbesuch“ angeben. „Allerdings müssen dann in einem vom Fahrtenbuch getrennt zu führenden Verzeichnis Name und Adresse des Patienten festhalten werden“, erinnert Ecovis-Steuerberaterin Kathrin Witschel. Für private Fahrten genügen Datum und Kilometerangaben, ohne dass jeweils Reiseweg und -zweck anzugeben sind.

Bleibt die 1-Prozent-Regel. Voraussetzung: Das Fahrzeug gehört zum Betriebsvermögen und wird zu mehr als 50 Prozent betrieblich genutzt. Bei Selbstständigen zählen Fahrten zwischen Wohnung und Praxis als Betriebsfahrten. Gehören mehrere Fahrzeuge zum Betriebsvermögen und es wurde kein Fahrtenbuch geführt, muss für jedes dieser Fahrzeuge, so die jüngste Rechtsprechung, die 1-Prozent-Regel genutzt werden. Den Nachweis, dass ein Fahrzeug nicht privat genutzt wird, muss der Unternehmer führen: mit einem Fahrtenbuch.

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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