Banken

Vorsicht, vor Angeboten mit Null-Prozent-Finanzierung

Teure Elektrogeräte bequem auf Raten zahlen, ganz ohne Zinsen? Das klingt verlockend. Doch Ärzte, die solche Angebote wahrnehmen, riskieren den Verlust wichtiger Rechte.

„Heute kaufen – morgen zahlen.“ „Null Prozent auf alles“. Der kostenlose Ratenkauf ist heute beliebter denn je. Gerade wer einen neuen Computer, ein moderneres Handy oder andere Elektrogeräte braucht, kann sich vor Angeboten zum „bequemen Ratenkauf ganz ohne Zinsen“ kaum erwehren. Aber auch Baumärkte, Möbelhäuser und Autohändler werben zunehmend mit dem Gratis-Kauf auf Pump.

Die Vorteile des Modells sind offensichtlich – wer erhält sich schließlich nicht gerne seine Liquidität, ohne auf Konsum verzichten zu müssen? Dass solche Angebote auch erhebliche Tücken haben, erkennen viele Kunden hingegen erst, wenn es zu spät ist.

Verlust wichtiger Rechte
Ärzte, die ihren privaten Elektronikbestand aufstocken wollen und dabei auf Null-Prozent-Finanzierungen setzen, sind zum Beispiel deutlich schlechter geschützt, als nach dem Abschluss eines gewöhnlichen, kostenpflichtigen Darlehens. Der Grund: Die Gratis-Finanzierungen sind – wegen der fehlenden Zinsen – keine klassischen Verbraucherkredite. Anders als bei kostenpflichtigen Verträgen können Kunden daher nicht in den ersten zwei Wochen ohne Angabe von Gründen wieder vom Geschäft lösen. Und auch wenn die neue Kamera nur Wackelbilder liefert, das Handy dauernd offline ist oder die neue Waschmaschine für die Ferienwohnung leckt sind Probleme kaum zu vermeiden.

Zwei unabhängige Verträge
Zwar können Kunden bei Mängeln an der Kaufsache den Vertrag rückabwickeln. Der dazu gehörige Kreditvertrag wird damit aber (anders als bei Verbraucherdarlehen) nicht ohne weiteres hinfällig. Das hat ausgesprochen unangenehme Folgen. Die Raten an die Bank werden dadurch nämlich trotzdem fällig.

Das hat vor kurzem das höchste deutsche Zivilgericht bekräftigt. Im konkreten Fall musste der Bundesgerichtshof (BGH) über den Fall eines Mannes entscheiden, der in einem Baumarkt zwei Türen zum Preis von insgesamt 6500 Euro gekauft hatte. Über einen Großteil des Geldes vereinbarte er eine Null-Prozent-Finanzierung. Recht schnell stellte sich jedoch heraus, dass die Türen von so miserabler Qualität waren, dass der Kunde vom Kaufvertrag zurücktreten konnte.

Geholfen hat ihm das nur leider recht wenig. Denn die Bank, mit der Herr Weiland im Baumarkt den Kreditvertrag geschlossen hatte, verlangte dennoch ihr Geld – zu Recht, wie der BGH befand (Az. z.: XI ZR 168/13)

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