Was gute Policen für Ärzte leisten sollten

Vorsicht: tückische Klauseln in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Ärzte, die ihre Arbeitskraft absichern wollen, kommen um eine leistungsstarke private Berufsunfähigkeitsversicherung oft nicht herum. Was gute Policen können sollten, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Die Zahlen sind dramatisch.  Statistisch betrachtet wird jeder vierte Deutsche berufsunfähig, muss also aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig seinen Beruf aufgeben. Wer in einer solchen Situation auf Leistungen der Sozialversicherungssysteme angewiesen ist, hat ein Problem. Denn die staatliche Erwerbsminderunsgrente umfasst – selbst in ihrer üppigsten Form – gerade einmal 1.700 Euro. Im schlechtesten Fall erhalten Erwerbsunfähige 473 Euro pro Monat.

Berufsunfähigkeit

Zwar sind Ärzte im Fall des Falles nicht auf die kärglichen Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung angewiesen, sondern unterfallen dem – meist deutlich vorteilhafteren –  Regime der berufsständischen Versorgung. Blind verlassen sollten sich Niedergelassene allerdings nicht auf deren Schutz. Denn das Versorgungswerk zahlt erst bei „Verlust der Arbeitskraft“, also bei einer vollständigen Berufsunfähigkeit (BU). Die aber liegt erst dann vor, wenn ein Arzt weder seine gewohnten Aufgaben erfüllen, noch sich einer anderen medizinischen Sparte verdingen kann. Anders ausgedrückt: Nur wer seine Praxis aufgeben oder im eigenen MVZ nicht anderweitig arbeiten kann und somit die Basis für sein regelmäßiges Einkommen verliert, hat Anspruch auf Leistungen der berufsständischen BU-Versorgung.

Private Policen sichern das Restrisiko ab

Der Abschluss einer zusätzlichen, privaten BU ist daher auch für Ärzte dringend zu empfehlen. Versicherungsberater warnen: Wer seinen Lebensstandard halten will, wenn er selbst nicht mehr voll arbeiten kann, kommt um die private Vorsorge nicht herum.

Die Auswahl der richtigen Police ist allerdings eine Wissenschaft für sich. Die Vertragsbedingungen der Produkte sind noch immer sehr unterschiedlich. Ärzte sollten deshalb vor allem darauf achten, dass ihr Vertrag die folgenden Klauseln enthält.

  • „Der Versicherungsnehmer kann im Fall einer Berufsunfähigkeit nicht in einen anderen Beruf oder Berufszweig verwiesen werden.“

Dieser Verzicht ist extrem wichtig. Andernfalls muss der Arzt damit rechnen, dass er nur dann eine Berufsunfähigkeitsrente erhält, wenn er weder in seinem alten Job als niedergelassener Arzt noch in einem anderen Bereich – etwa als ärztlicher Direktor in einer Klinik – arbeiten kann.

  • „Infektionen sind mitversichert.“

Für Menschen, die im Medizinbetrieb arbeiten, ist diese Klausel elementar – denn im Normalfall reicht Allianz und Co. ein wegen einer Infektion ausgesprochenes behördliches Berufsverbot nicht aus, um dem Vertragspartner eine BU-Rente zu zahlen.

Tipp: Während die Versorgungswerke jedem Arzt einen Berufsunfähigkeitsschutz anbieten, auch wenn dieser bei Aufnahme seines Berufs bereits gesundheitlich angeschlagen ist, müssen Interessenten für eine private BU vor Abschluss des Vertrags eine detaillierte Risikoprüfung durchlaufen. Selbst kleinere Malaisen treiben die Prämien extrem nach oben oder führen sogar dazu, dass der Vertrag gar nicht zustande kommt. Aus diesem Grund ist es ratsam, eine BU möglichst schon in jungen Jahren abzuschließen.

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