Besser absichern

Schützen Sie Vermögen und Praxis: Was im Ehevertrag geregelt werden kann

Beinahe jede zweite Medizinerehe scheitert und zieht mitunter langwierigen Streit um Vermögen und Praxis nach sich. Viele Probleme lassen sich durch einen Ehevertrag vermeiden.

Mit einem Ehevertrag können sich Ärzte und Ärztinnen für den Fall einer Scheidung vor bösen finanziellen Überraschungen schützen – und damit unter Umständen die Existenz ihrer Praxis retten. Daran hat auch das Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs (BGH) nichts geändert, welches die einseitige Verteilung der Lasten und die eklatante Benachteiligung eines Partners, als sittenwidrig verbietet.

Fast vollständige Vertragsfreiheit haben die Ehepartner nach wie vor bei der Regelung ihres Güterstands. Vertraglich kann von der Gütergemeinschaft bis hin zur Gütertrennung nach wie vor alles vereinbart werden, was nicht sittenwidrig ist. Wer keinen Ehevertrag schließt, lebt automatisch im Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Das heißt: Im Fall der Scheidung werden Anfangs- und Endvermögen eines jeden Ehepartners berechnet und miteinander verglichen. Wer mehr erwirtschaftet hat, muss von dem Überschuss die Hälfte an den anderen auszahlen. Entgegen der weit verbreiteten Meinung führt eine Ehe nicht zu einem gemeinschaftlichen Vermögen. Die vor oder während der Ehe erworbenen Vermögen oder Schulden bleiben selbstständig.

Durch die Vereinbarung der Gütertrennung kann der Partner vom Zugewinn ausgeschlossen werden. Die Gütertrennung bringt jedoch auch  erhebliche erbrechtliche und erbschaftssteuerliche Nachteile mit sich. Beispiel: Sind in der Ehe zwei Kinder vorhanden, bekommt der überlebende Gatte vom Vermögen des Ehepartners nach der gesetzlichen Erbfolge statt der Hälfte nur noch ein Drittel. Zudem muss er auch den Teil des Vermögens, der dem Zugewinnausgleich entspricht, voll versteuern. Sinnvoller als eine Gütertrennung ist in den meisten Fällen deshalb eine modifizierte Zugewinngemeinschaft. In der kann der Partner bei einer Scheidung vom Zugewinn ausgeschlossen werden. Im Todesfall wird die Ehe jedoch wie eine Zugewinngemeinschaft behandelt.

Weniger Spielraum bei der Vertragsgestaltung gibt es seit dem BGH-Urteil bei den Punkten Unterhalt und Versorgungsausgleich. So dürfen Paare Unterhaltszahlungen wegen Kinderbetreuung, Alter oder Krankheit nicht mehr ausschließen. Es sei denn, die Ehe wird im hohen Alter geschlossen oder aber der Verzicht auf den Unterhalt und den Versorgungsausgleich benachteiligt einen der Partner nicht eklatant.

Unbedingt zum Notar

Sind sich die Partner einig, reicht es nicht aus, ein entsprechendes Schriftstück aufzusetzen. Wer einen Ehevertrag abschließen will, muss diesen auch von einem Notar beurkunden lassen. Einen Ehevertrag kann man übrigens nicht nur vor der Ehe machen: Ein Abschluss oder eine Modifikation des Vertrags sind auch noch im Laufe der Ehe möglich.

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Author's imageIlias TsimpoulisManaging Director bei Doctolib

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