300 Millionen Euro fließen

Innovationsfonds der Bundesregierung mit ersten Ergebnissen

Knapp ein Jahr nach dem Startschuss für den Innovationsfonds zieht der B-GA eine erste Bilanz: Das Interesse an den Fördergeldern ist groß, an guten Ideen mangelt es ebenfalls nicht.

Seit Veröffentlichung der Förderbekanntmachungen zu den neuen Versorgungsformen und zur Versorgungsforschung im April dieses Jahres gingen insgesamt knapp 700 Förderanträge mit einem Gesamtantragsvolumen von 1,7 Milliarden Euro in der Geschäftsstelle des Innovationsausschusses ein.

Als Ergebnis wurde die Förderung von 29 Projekten zur ersten Welle der neuen Versorgungsformen und 62 Projekten zur Versorgungsforschung beschlossen und damit eine ausgewogene Verteilung auf alle ausgeschriebenen Themenfelder erreicht. Die für das Förderjahr 2016 zur Verfügung stehenden 300 Millionen Euro können somit vollständig in die Förderung und Entwicklung neuer Versorgungsmodelle und der Versorgungsforschung in der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland fließen.

„Wir freuen uns, die Öffentlichkeit nach Ablauf dieses sehr eng getakteten Jahres nun detaillierter informieren zu können. Die Vielzahl der eingereichten Anträge spiegelt nicht nur das große Interesse am Innovationsfonds wider, sondern begründet zudem den großen Beratungs- und damit auch Zeitaufwand, den die intensiven Auswahlprozesse und das Einholen von Expertise mit sich bringen“, sagte der Vorsitzender des Innovationsausschusses, Prof. Josef Hecken, „an dieser Stelle mein ganz herzlicher Dank an den Expertenbeirat und auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle des Innovationsausschusses, die alle zu dieser Erfolgsbilanz beigetragen haben.“

Von den insgesamt 120 eingereichten Anträgen zur ersten Förderwelle im Bereich der neuen Versorgungsformen entschied der Innovationsausschuss bereits im Oktober über die Förderung von 24 Projekten aus den themenspezifischen Bereichen und 5 Projekten aus dem themenoffenen Bereich. Eine Übersicht ist auf der Website des Innovationsausschusses veröffentlicht.

Ein Ideengeber ist zum Beispiel die Techniker Krankenkasse (TK). Vom Innovationsausschuss hat sie Förderzusagen für 15 Projekte aus dem Bereich Versorgung erhalten. Ein wegweisendes Projekt ist „Das NetzWerk LebenPlus“. Es ist ein träger- und sektorenübergreifendes Hilfs- und Betreuungsnetzwerk für ältere Menschen und ihre Angehörigen. Dazu will die TK bestehende Versorgungsstrukturen, Angebote und Akteure im Gesundheits-, Pflege-, Sozial-, Wohn- und Gemeinwesen besser miteinander vernetzen.

Die teilnehmenden Versicherten sollen möglichst lange und selbstständig in ihren eigenen vier Wänden wohnen bleiben können. Inhaltlich sieht das Konzept eine Kombination aus neuen und bewährten Versorgungsbausteinen vor.

Die Bausteine stammen aus der Prävention, dem Case-Management, der umfangreichen Gesundheitsberatung, der Technikunterstützung sowie der Rehabilitation mit kurativen Maßnahmen. Alles wird daran ausgerichtet, Pflegebedürftigkeit beziehungsweise deren Eskalation zu vermeiden.

Aber auch die KBV konnte gemeinsam mit dem Verband der Ersatzkassen die Jury von einer Idee überzeugen. Es handelt sich um das Modellprojekt „Resistenzvermeidung durch adäquaten Antibiotikaeinsatz bei akuten Atemwegsinfektionen“. Ziel ist es, die Zunahme von multiresistenten Keimen einzudämmen. KBV-Vor­sitzender Dr. Andreas Gassen sagt: „Ich freue mich, dass wir für dieses wichtige Vorhaben den Zuschlag erhalten haben.“

Noch im Januar 2017 soll die Bekanntgabe der geförderten Projekte zur Versorgungsforschung folgen. Die Förderentscheidungen zur zweiten Welle der neuen Versorgungsformen sowie die Veröffentlichung weiterer Förderbekanntmachungen sind für das Frühjahr 2017 vorgesehen.

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