Ärztliche Versorgungswerke

Wann Sie freiwillig nachzahlen sollten!

Manchmal reichen die Beitragszeiten im Versorgungswerk nicht aus, genügend Alters- oder andere Rente zu sichern. Dann helfen vielleicht freiwillige Rentenbeiträge weiter.

Versorgungswerke kassieren ihre Beiträge einkommensbezogen. In der Regel bis zur Beitragsbemessungsgrenze, die aktuell 5.800/5.000 Euro Bruttomonatsverdienst (West-/Ostdeutschland) ausmacht. Dafür gibt’s später dann entsprechende Alters-, Berufsunfähigkeits-, Witwenrente oder andere Versorgungsleistungen. Freiwillige Zusatzbeiträge erhöhen den Anspruch auf all diese Leistungen des Versorgungswerks geringfügig. Oder sichern diese überhaupt erst, wenn die vorgeschriebene Wartezeit sonst nicht erfüllt ist. Zusatzbeiträge darf einzahlen, wer – abhängig vom jeweiligen Versorgungswerk – ein bestimmtes Höchstalter (etwa das 55. Lebensjahr) noch nicht überschritten hat. Die Versichertengemeinschaft soll so vor Mitnahmeeffekten geschützt werden. Und auch die Höhe der zugelassenen Höherversicherung variiert von Versorgungswerk zu Versorgungswerk.

Rente gibt es nicht nur für eingezahlte Pflicht- oder Zusatzbeiträge, sondern etwa auch für Kinder, die man großgezogen hat, als familienpolitische Leistung ohne eigenen Beitrag. Für vor dem 1. Januar 1992 geborene Kinder wird ein Jahr, für nach dem 31. Dezember 1991 geborene Kinder werden drei Jahre Kindererziehungszeit dem Rentenkonto gutgeschrieben. Erfreulich, denn so erhöht sich die Rente je Kindererziehungsjahr aktuell um 28,07 Euro. Aber nur für Versicherte, die wenigstens 60 Beitragsmonate (Kindererziehungszeit wird dazugezählt) Wartezeit nachweisen können und somit rentenberechtigt sind. Elternteile, die nur kurz rentenversichert waren und deren Kinder vor 1992 geboren wurden, also auch nur ein Jahr Kindererziehungszeit einbringen, gehen oft leer aus. Indes: Hat eine Frau nach 1992 zwei Kinder geboren, übererfüllen alleine diese mit ihren zusammen sechs Jahren Kindererziehungszeit bereits die fünfjährige Wartezeit und sichern so einen – zumindest kleinen – Altersrentenanspruch.

Gut deshalb, dass fehlende Wartezeiten aber mit freiwilligen Beiträgen aufgefüllt werden können. Nachzuentrichten ist dann je Auffüllmonat wenigstens ein Mindestbeitrag – aktuell 85,05 Euro. Für diesen Kapitaleinsatz gibt es später dann rund 35 Cent Monatsrente mehr. Diese Relation belegt: Freiwillige Beiträge taugen weniger zur Kapitalanlage, als vielmehr (nur) zum Auffüllen von Wartezeiten.

A&W-RECHENBEISPIEL

Eine Frau …
… mit einem nach 1992 geborenen Kind verfügt über zwölf Monate eigene Beitrags- und 36 Monate Kindererziehungszeit. Macht zusammen 48 Monate. Also zwölf Monate Fehlzeit auf die 60 Monate Wartezeit als Mindestvoraussetzung für Altersrente. Da liegt nahe, 12 x 85,05 = 1.020,60 Euro nachzuzahlen, um sich so einen späteren Altersrentenanspruch von rund 116 Euro zu sichern – eine Investition, die sich bereits nach knapp neun Rentenmonaten schon amortisiert hat.

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