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Wartezeiten in der Arztpraxis: Geht es auch ein bisschen früher?


Ärztin im Wartezimmer mit Patienten

„Den nächsten freien Termin haben wir in acht Wochen“. Solche oder ähnliche Sätze hören Kassenpatienten in Deutschland immer seltener. Nach wie vor unterscheiden sich die Wartezeiten in den einzelnen Fachgebieten aber extrem, wie eine aktuelle Umfrage belegt.

Es gibt Situationen, da muss es schnell gehen. Und es scheint, als können sich die Deutschen im Fall der Fälle auf ihre Ärzte verlassen.

Eine aktuelle Umfrage im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ergab: 31 Kassenpatienten, die ihren Arzt um einen sofortigen Termin baten, kamen ohne jede Wartezeit zum Zug: Das sind zwei Prozentpunkte mehr als in der Umfrage aus dem Vorjahr. Bei Privatpatienten mussten unverändert 30 Prozent gar nicht warten.

Allerdings zeigt die Studie auch: Wie lange Patienten sich gedulden müssen, hängt stark davon ab, welches Anliegen sie verfolgen und ob sie sich beim Fach- oder beim Hausarzt vorstellen möchten.

Beim Frauenarzt kann es dauern….

Bei Hausärzten bekamen der Umfrage zufolge 39 Prozent der Patienten sofort einen Termin, bei Fachärzten waren es nur 17 Prozent. Umgekehrt mussten sich bei den Fachärzten 32 Prozent der Patienten mehr als drei Wochen gedulden, bei Hausärzten waren es nur fünf Prozent.

Deutliche Unterschiede bei gibt es allerdings auch zwischen den einzelnen Facharztgruppen: Patienten, die beim letzten Arztbesuch einen HNO-Arzt oder Chirurgen aufsuchten, mussten deutlich weniger Zeit einplanen, um einen Termin zu erhalten, als jene, die bei einem Gynäkologen, Kardiologen oder Psychiater einen Beratungs- oder Behandlungstermin benötigten: Während beim HNO-Arzt 31 Prozent ohne Wartezeit behandelt wurden, 22 Prozent bis zu drei Tagen warten mussten und 46 Prozent mehr als drei Tage, warten knapp drei Viertel Patienten beim Frauenarzt oder Herzspezialisten länger als drei Tage auf einen Termin.

Notfälle zuerst

Der wohl wichtigste Faktor bei der Frage, wie lange ein Patient auf einen Termin warten musst, ist und bleibt jedoch die Dringlichkeit einer Behandlung: Insgesamt 53 Prozent der Patienten, die zuletzt wegen aktueller Probleme beim Arzt waren, mussten keinerlei Wartezeiten in Kauf nehmen, auch 44 Prozent der chronisch Erkrankten erhielten ohne Vorlauf einen Termin. Hingegen brauchten Patienten, die zur Vorsorge oder einer Impfung zum Arzt gehen, meist mehr Geduld. Sie konnten nur in 21 Prozent der Fälle „gleich vorbeikommen.“

Die Unterschiede, die in Sachen Wartezeiten zwischen Kassenpatienten und Privatversicherten bestehen, werden dafür immer geringer. So gaben 29 und 30 Prozent der gesetzlich und Privatversicherten an, keine Wartezeit beim letzten Praxisbesuch gehabt zu haben. Jeder vierte gesetzlich Versicherte bekam innerhalb von einem Tag bis zu einer Woche einen Termin, bei privat Versicherten war dies jeder dritte.

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Ilias TsimpoulisManaging Director bei Doctolib

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