Anlagestrategie

Warum Ärzte mit Direktbanken besser dran sind

Viele Ärztinnen und Ärzte spüren es: Die Gebühren ihrer Hausbank gehen nach oben. Von den teuren Ausgabenaufschlägen beim Wertpapierkauf ganz zu schweigen. Es gilt, als Kunde die optimale Lösung zu suchen. In vielen Fällen können das Direktbanken sein.

Die Zinsflaute verursacht seltsame Kapriolen: Banken, Bausparkassen und Lebensversicherer versuchen Kunden aus guten früheren Verträgen heraus zu drängen. Der Kunde soll sich gefälligst mit weniger zufrieden geben. Dies ist zwar kein allgemeiner Trend, aber er zeigt doch, dass sich auch der Normalkunde eine Strategie in seinen Geldgeschäften zulegen sollte.

Ein Beispiel: Eine Münchner Sparkasse verlangt beim Kauf eines Immobilienfonds 5 % Ausgabeaufschlag. Hinzu kommt noch eine Verwaltergebühr von 0,7 %. Das jährliche Wachstum einiger dieser Fonds betrug in den letzten   Jahren gerade mal 2 % p.a. Man kann sich also ausrechnen, wann der Fonds in die Gewinnzone kommt. In Zahlen ausgedrückt: Wer beispielsweise 10.000 € in einen Immobilien- oder Aktienfonds anlegt, muss 500 € Ausgabeaufschlag berappen. Eine Menge Geld – ohne dass man dafür eine echte Gegenleistung erhält. Und auf lange Sicht zahlt man mehr als diese 500 €; denn der Aufschlag mindert den Anlagebetrag.

Durchschnittliche Kosten bei Filialbanken
Gebühren insges. Ausgabenaufschlag
Aktienfonds 1,6 % 4-6 %
Rentenfonds 0,9 % 2-4 %
Offene Immob.fonds 0,7 % 5 %
Geldmarktfonds 0,5 % 0-0,5 %

Doch es gibt Alternativen. Der clevere Arzt sollte splitten: Fonds bei der Direktbank, Girokonto bei der Hausbank. Wenn er bei einer Direktbank einen Indexfonds erwirbt, hat er rund 1,5 % Gesamtkosten. Der Arzt kann natürlich auch sein Girokonto bei der Direktbank unterhalten. Allerdings ist es dann mühevoller, Überweisungen zu tätigen, einen EC-Automaten um die Ecke zu finden. Deshalb: Prüfen, wie es vor Ort aussieht. Oftmals stehen hier nur die EC Automaten der Volksbanken oder Sparkassen zur Verfügung. Diese zahlen zwar auch problemlos aus, doch lassen sie sich diesen Service bezahlen – die entstandenen Kosten finden sich später auf dem Kontoauszug wieder.

Die meisten Direktbanken ermöglichen ein kostenloses Abheben von Bargeld an den EC-Automaten der „Cash Group“ oder des „Cashpool“. Das sind Verbundsysteme. In der Cash Group sind zum Beispiel die Norisbank, Postbank oder Comdirect. Bundesweit gibt es ca. 9000 Geldautomaten. Beim Cashpool findet man etwa die DKB netbank oder Wüstenrot Bank mit rund 2900 Geldautomaten.

Kontowechsel stark erleichtert

Nun wird mancher sagen: Der Kontowechsel macht mir zu viel Arbeit.  Es gilt, Einzugsermächtigungen und Daueraufträge zu ändern, Versicherungen anzuschreiben usw. Aber: Seit 2016 gibt es jetzt ein so genanntes Zahlungskontogesetz. Das sieht vor, dass Banken ihre Kunden beim Girokontowechsel unterstützen müssen:  Egal ob das Konto seither bei einer Filialbank oder einer reinen Onlinebank geführt wurde, diese sind verpflichtet, alle relevanten Kontobewegungen an die neue Bank zu übermitteln. Dies schließt insbesondere Daueraufträge und Lastschriftmandate der letzten 13 Monate mit ein, aber auch Lastschriften und eingehende Überweisungen. Allerdings: Den Wechseldienst-Service muss der Kunde bezahlen.

Zu bedenken: Intensive Beratung wird man bei den Direktbanken vermissen. Ihre Kunden führen ihr Konto übers Internet oder telefonisch. Dafür werden keine Kontoführungsgebühren verlangt. Einige bieten sogar gebührenfreie Kreditkarten. Normale Banken werden vor allem gute Kunden beraten. Gut meint hier Kunden mit größerem Vermögen. Filialbanken verfügen über ein Team von Spezialisten, die bei gewichtigeren Geldgeschäften helfen können. All dies entfällt bei der Direktbank. Für viele sind die niedrigeren Kosten das entscheidende Argument für die Direktbank. Aber auch die schnelleren Abläufe. Die staatliche Aufsicht und Sicherheit entsprechen in jedem Detail denen der Geschäftsbanken.

 

Beispiele
Direktbanken* Muttergesellschaft*
1822direkt Frankfurter Sparkasse
Bank of Scotland Eigenständig
Comdirect Commerzbank
Consorsbank BNP Paribas
DAB Bank BNP Paribas
DKB BayernLB
Ing-DiBa niederländische ING Groep
Netbank Landesbank Berlin Holding
Norisbank Deutsche Bank
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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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