Richtig vorbereiten

Was Anleger bei einem Beratungsgespräch beachten sollten

Laufzeit, Risikoklasse, Kosten – bei Anlageprodukten gibt es einiges zu beachten. Ärzte, die sich dafür interessieren, sollten sich zunächst über ihre eigene Situation klar werden. Das erhöht die Chance, dass der Bankberater Produkte findet, die passen.

(dpa/tmn) Vor einem Beratungsgespräch mit einem Bänker sollten sich Ärzte einige Gedanken machen – etwa zu ihren Sparzielen, ihrem finanziellen Rahmen und ihrer Risikobereitschaft. Denn diese Informationen beeinflussen unter anderem Kriterien wie die Laufzeit einer Anlage, die Risikoklasse und die Höhe der Investition. Eine gute Vorbereitung auf ein Gespräch beim Bankberater ist aber nur der erste Schritt, damit Kunden am Ende passende Anlagen erhalten. Darauf macht die Stiftung Warentest in einer aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Finanztest“ (02/2016) aufmerksam. Folgende Tipps beachten sie idealerweise, wenn sie zu einer Anlageberatung bei ihrer Bank gehen:

Passende Risikoklassen: Meist teilen Banken die Risikoklassen in fünf Stufen ein. Kunden sollten zur Sicherheit den Berater fragen, welche Klasse bankintern für welche Risikoneigung steht. Außerdem teilen sie dem Berater möglichst mit, wie sicher sie das eigene Geld anlegen wollen.

Genaue Kostenübersicht: Anleger müssen an mögliche Kosten denken. Der Berater ist verpflichtet, darüber Auskunft zu geben, wie hoch sie genau sind. Die Angaben können Anlegern dabei helfen, Produkte miteinander zu vergleichen.

Vollständiges Beratungsprotokoll: Bankberater und Finanzvermittler sind dazu verpflichtet, ihren Kunden nach dem Gespräch zu Wertpapieranlagen ein Beratungsprotokoll auszuhändigen. Der Kunde muss das Dokument nicht unterschreiben – der Berater schon. Wichtig: Anleger sollten prüfen, ob alle Angaben stimmen. Der Berater muss Zweck, Dauer und Verfügbarkeit der Anlage vermerken, sowie die Risikoneigung des Kunden angeben. Der Inhalt des Protokolls sollte mit den getroffenen Aussagen übereinstimmen. Ist dies nicht der Fall, muss der Berater das Protokoll vor Ort ändern.

Genügend Entscheidungszeit: Kunden sollten sich auf keinen Fall bei ihrer Kaufentscheidung drängen lassen. Das gilt besonders, wenn sie telefonisch beraten wurden. Bevor sie ein Angebot unterschreiben, sollten sie alle Kosten und Risiken kennen.

Produkt-unabhängiger Rat: Oft lohnt es sich, wenn Verbraucher eine zweite Meinung einholen. Denn in der Regel wollen Bankberater ihren Kunden Produkte der Kooperationspartner verkaufen. Anleger gehen deshalb möglichst zusätzlich zu einem Produkt-unabhängigen Berater. Ein Honorarberater oder ein Mitarbeiter der Verbraucherzentralen kann beispielsweise Alternativen und Vergleichsangebote unterbreiten.

Eine entsprechende Vorbereitung lohnt sich auf jeden Fall, denn auf die Bänker allein sollten Ärzte sich bei ihrer Entscheidung nicht verlassen. Im Gegenteil: Selbst ein gewisses Know-how mitzubringen, ist sehr wichtig, wenn man nicht in die falsche Richtung geschickt werden will. In einer aktuell veröffentlichten Untersuchung hat die Stiftung Warentest das Thema Anlageberatung unter die Lupe genommen. Bei nur drei von 23 Banken war die Beratung „gut“.

Anzeige

Datenschutz in der Arztpraxis Teil 2: Auch Ärzte müssen sich gegen Cyber-Attacken absichern

Recherchen im Internet und die Kommunikation per E-Mail gehören in vielen Arztpraxen zum Arbeitsalltag. Gleichzeitig sind im Praxisnetzwerk die Gesundheitsdaten der Patienten und somit hochsensible P... Mehr
Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

Weitere Artikel zum Thema:


Klare Regelungen gefordert

Banken sollten Kunden warnen


Ohne Einlagensicherungsfonds wird es schwierig

Bank pleite! Geld weg?



Geldanlage

Banken müssen Provisionen offenlegen


Anzeige