Alles hat seinen Preis

Was einen guten Finanzberater für Ärzte ausmacht

Finanzberater kümmern sich gerne um das Geld vermögender Ärzte. Allerdings machen sie das nicht kostenlos. Ob sich die Ausgaben für einen Berater lohnen, lässt sich oft relativ schnell erkennen.

(dpa/tmn) Niedrige Zinsen machen die Suche nach Rendite nicht einfach. Erschwerend kommt hinzu: Bei den unzähligen Finanzprodukten verlieren Verbraucher schnell den Überblick. Bei niedergelassenen Ärzten kommt hinzu, dass sie permanent unter Zeitmangel leiden und sich deshalb gar nicht in die Materie einarbeiten können. Viele von ihnen setzen daher auf unabhängige Finanzberater.

Doch was macht einen guten Finanzberater aus? Und wie viel darf gute Finanzberatung kosten? „Ein seriöser Vermögensberater fällt durch seine vielen Fragen auf, die er Kunden zu relevanten Versicherungs- und Vermögensverhältnissen stellt“, sagt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Bremen. Im ersten Gespräch geht es daher idealerweise erst einmal vor allem um den Anleger selbst, und nicht so sehr um die Produkte.

Was gute Finanzberater ihre Kunden fragen

Neben den persönlichen Anlagezielen des Arztes sollte ein Berater auch die finanzielle Gesamtsituation und die Risikobereitschaft des Interessenten erfragen. «Wenn dann noch die Chemie zwischen allen Beteiligten stimmt, ist man auf einem guten Weg», sagt Frank Wieser von PMP Vermögensmanagement.

Anlageberater brauchen laut dem Kreditwesengesetz (KWG) eine Zulassung. Sie werden dann durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beaufsichtigt. «Dies gilt automatisch für sämtliche Mitglieder des Verbandes unabhängiger Vermögensverwalter», sagt Andreas Schyra von der Vermögensverwaltung PVV. Daneben existieren aber auch Finanzvermittler, die keine KWG-Lizenz brauchen. Sie unterliegen der Gewerbeordnung.

Kostenlose Beratung gibt es nicht

Nimmt der Arzt eine Finanzberatung in Anspruch, muss er mit Kosten rechnen. «Kostenlose Beratung gibt es nicht, sie muss finanziert werden», sagt Oelmann. Bei Banken und Vermittlern geschehe dies meist in Form von Provisionen und Margen, die in den Produkten stecken.

Mit der Umsetzung der EU-Richtlinie MiFID II muss der Kunde aber künftig im Vorfeld sowie im Nachgang eine verständliche Darstellung sämtlicher Kosten in Bezug auf die Wertpapierdienstleistungen erhalten. Die Regelungen gelten voraussichtlich von 2018 an.

Die Kosten in der Anlageberatung hängen laut Schyra grundsätzlich von den Produkten ab. Es werden zum Beispiel zusätzlich zur Provision Depotgebühren und Transaktionskosten fällig. «In diesem Zusammenhang sind Aktien und Anleihen die günstigste Produktkategorie, da sie keine Produktkosten aufweisen», so Schyra.

Kosten hängen vom Produkt ab

Bei aktiv gemanagten Fonds könne zum Beispiel mit jährlichen Kosten von etwa 1,0 bis 2,5 Prozent der Anlage gerechnet werden. Allgemein könne aber von Kosten zwischen 0,6 und etwa 1,2 Prozent, je nach Beratungsumfang, für die Vermögensverwaltung ausgegangen werden.

Viele Kosten werden laut Oelmann gleich zu Anfang von den ersten Beiträgen kassiert und finanzieren die Beratung des Vermittlers, Finanzberaters oder der Bankfiliale. Hinzu kommen noch jährliche Verwaltungskosten und Bestandsprovisionen.

Der Preis als Renditefresser

Wer in teure Finanzprodukte investiert, rechnet oftmals damit, dass diese erfolgversprechender sind. Aber: «Kosten sind immer Renditefresser», sagt Oelmann. Verbraucher sollten deshalb immer versuchen, die Kosten so gering wie möglich zu halten. «Gerade gute und komplexe Produkte haben ihren Preis», erklärt aber Wieser.

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