Gemeinsam oder einzeln?

Was für Paare bei der Steuererklärung gilt

Ehepaare und eingetragene Lebenspartnerschaften sind vom Gesetzgeber besonders geschützt. Das macht sich vor allem bei den Steuern bemerkbar. Frisch Vermählte müssen sich daher überlegen, ob sie eine gemeinsame oder eine einzelne Veranlagung wollen.

Das Finanzamt behandelt das Ehepaar bei der Zusammenveranlagung gemeinsam als einen Steuerpflichtigen und berechnet die Steuer folgendermaßen: Die Summe beider Einkommen wird zunächst durch zwei geteilt, um die Steuer für die Hälfte des Einkommens zu ermitteln. Anschließend verdoppelt die Finanzverwaltung diesen Betrag, um die fälligen Steuern festzulegen, erläutert die Bundessteuerberaterkammer in Berlin.

Ein Beispiel: Partner A hat ein Einkommen von 50.000 Euro im Jahr 2017 und Partner B eines von 30.000 Euro. Zusammen verfügen sie also über Einkünfte von 80.000 Euro. Das hälftige Einkommen beträgt 40.000 Euro und wird vom Finanzamt bei der Zusammenveranlagung als Besteuerungsbasis herangezogen. Für dieses Einkommen ergibt sich ein Steuerbetrag von 8.766 Euro. Nach der Verdopplung ergibt sich für das Ehepaar eine Gesamtsteuer von 17.532 Euro. In den meisten Fällen ist diese Kombination für Ehepartner günstiger. Die Zusammenveranlagung kann jetzt auch bei eingetragenen Lebenspartnerschaften gewählt werden.

So funktioniert die Einzelveranlagung

Anders bei der Einzelveranlagung. Hier unterliegen die Partner dem normalen Grundtarif. Nach dem Beispiel würden für Partner A 12.561 Euro (50 000 Euro Einkommen) und für Partner B 5.419 Euro (30.000 Euro Einkommen) an Steuern fällig. Bei dieser Variante zahlen beide Partner zusammen 448 Euro mehr an Steuern.

Dennoch kann die Wahl der Einzelveranlagung in einzelnen Fällen auch interessant sein. Beispielsweise wenn einer der Partner hohe Krankheitskosten hatte und der andere nicht. Bei der Einzelveranlagung wird dann die zumutbare Grenze der außergewöhnlichen Belastungen überschritten und die Krankheitskosten können in der Steuererklärung abgesetzt werden. Vorteile bringt die Einzelveranlagung auch, wenn eine Abfindung geflossen ist oder ein Partner Verluste im Steuerjahr gemacht hat und diese in ein anderes übertragen woll. Vor allem im Jahr der Praxisgründung ist das ein Aspekt, den man beachten sollte. Sonst werden die Verluste nämlich mit den positiven Einkünften des Partners verrechnet.

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