Durchschnittliches Einkommen der Mediziner

Was niedergelassene Ärzte verdienen

Ob angestellt oder mit eigener Praxis: Wer sich für den Beruf des Mediziners entschieden hat, verdient in der Regel überdurchschnittlich viel Geld. Ärzte gehören zu den Top-Verdienern in Deutschland. Allerdings gibt es bei niedergelassenen Ärzten zwischen den einzelnen Fachrichtungen beträchtliche Unterschiede: Die Differenz zwischen dem durchschnittlichen Einkommen eines Hausarztes und eines Facharztes der Radiologie beträgt beispielsweise mehr als 700.00 Euro.

Das Durchschnittsgehalt einer Fach- bzw. Führungskraft in Deutschland liegt bei rund 57.100 Euro. Das zeigt der StepStone Gehaltsreport 2017 für den die Gehälter von rund 60.000 Fachkräften analysiert wurden. An der Spitze des Rankings stehen wieder angestellte Mediziner mit einem durchschnittlichen Gehalt von 82.700 Euro bzw. fast 7000 Euro im Monat. Nach Studiengängen betrachtet, führen Mediziner (Allgemeinärzte und Fachärzte) und Zahnmediziner das Ranking mit einem durchschnittlichen Gehalt von 79.538 Euro an. Die höchsten Gehälter pro Monat bzw. Jahr für Ärzte werden übrigens nicht in Krankenhäusern, sondern in der Chemieindustrie und der Pharmaindustrie gezahlt. Wer hier einen Job ergattert, verdient überdurchschnittlich viel Geld und wird zum Spitzenreiter unter den Top-Verdienern (Mehr zum Thema Einkommen angestellter Ärzte lesen Sie hier).

Geschenkt gibt es das Geld auch bei Ärzten mit eigener Praxis nicht. Niedergelassene Ärzte müssen im Durchschnitt 52 Stunden pro Woche arbeiten. Dafür verdienen sie allerdings auch sehr gut. Zwar wird laufend beklagt, dass die Krankenkassen den tatsächlichen Aufwand für Patienten nicht angemessen vergüten, dennoch sind Ärzte nach wie vor die Top-Verdiener in Deutschland. Und die Einnahmen der Praxen entwickeln sich weiterhin positiv.

So zogen die Jahresüberschüsse der Arztpraxen zwischen 2011 und 2014 mit einem durchschnittlichen Plus von 6,7 % spürbar an. Vor allem in 2014 konnten sich die Niedergelassenen über größere Zuwächse gegenüber dem Vorjahr freuen. Der Jahresüberschuss pro Arzt lag mit eigener Praxis 2014 im Durchschnitt bei 156.200 Euro.

Auch Vertragsärzte verdienen hervorragend

Es handelt sich aber nur um Durchschnittswerte. Das bedeutet, dass eben nicht alle niedergelassenen Ärzte diese Werte erreichen. Das Einkommen unterliegt je nach Fachrichtung und Region großen Schwankungen. 25% der Praxisinhaber verdienen einen Jahresüberschuss von 88.500 Euro, bei weiteren 50 Prozent der niedergelassenen Ärzte liegt der Jahresüberschuss unter 136.600. Nur 25% dürfen sich bei einer ähnlichen Arbeitszeit wie die Kollegen über mehr als 197.900 Euro freuen. Und natürlich sind das Brutto-Einnahmen, die man nicht mit dem tatsächlichen Einkommen von Vertragsärzten gleichsetzen darf.

Psychiatrie: 187.757 Euro

Fachärzte stehen in dem Ruf, deutlich höhere Einnahmen als Hausärzte zu erzielen. Doch das trifft nicht auf alle zu. Bei Psychiatern lagen die Einnahmen je Praxisinhaber in den letzten Jahren bei 187.757 Euro jährlich. Der durchschnittliche Hausarzt verbucht fast 100.000 Euro mehr. Auch in der Psychotherapie liegen die Einnahmen pro Praxisinhaber mit 100.574 Euro im Vergleich im unteren Bereich.

Neurologie: 286.767 Euro

Etwas weniger als Hausärzte und Allgemeinmediziner erwirtschaften auch die Neurologen mit ihrer Tätigkeit, nämlich 286.767 Euro.

Allgemeinmediziner und Hausärzte: 291.185 Euro

Bei der Inneren Medizin (hausärztlich) und der Allgemeinmedizin liegt der Durchschnitt der Einnahmen pro Praxisinhaber mit 291.185 Euro ebenfalls noch unter 300.000 Euro pro Jahr.

Gynäkologie: 312.976 Euro

Ungefähr auf dem gleichen Niveau wie Kinder- und Jugendärzte (310.071 Euro) sowie Hals-Nasen-Ohren-Ärzte (311.647 Euro), liegt derzeit auch der Schnitt der Gynäkologie (312.976 Euro).

Anästhesiologie: 320.441 Euro

Im Fachbereich der Anästhesiologie erwirtschaften Praxisinhaber laut aktueller Statistik pro Jahr durchschnittlich 320.441 Euro.

Urologie: 372.128 Euro

Zu den besser verdienenden Fachärzten gehören in Deutschland die Urologen: Pro Praxisinhaber betragen die Einnahmen im Jahr durchschnittlich 372.128 Euro.

Chirurgie: 383.521 Euro

Auch der Griff zum Skalpell lohnt sich: 383.521 Euro im Jahr erwirtschaftet ein Chirurg mit eigener Praxis im Durchschnitt.

Orthopädie: 405.256 Euro

Orthopäden gehören nach wie vor zu den Top-5-Verdienern der Ärzteschaft. Pro Praxisinhaber fließen jährlich etwa 405.256 Euro in die Kasse.

Kardiologie: 435.757 Euro

Herz- und Kreislaufprobleme sind in Deutschland eine Volkskrankheit und so gehen auch dem Kardiologen die Patienten nie aus. 435.757 Euro pro Praxisinhaber werden hier jährlich eingenommen.

Augenheilkunde: 446.323 Euro

Den tiefen Blick vom Augenarzt gibt es für Patienten nicht umsonst. Eine Praxis für Augenheilkunde erwirtschaftet im Durchschnitt 446.323 Euro im Jahr.

Gastroenterologie: 543.630 Euro

Der Gastroenterologe ist im Vergleich mit anderen Fachärzten der Inneren Medizin ein Großverdiener. Er nimmt in seiner Praxis im Durchschnitt 543.630 Euro pro Jahr ein. Der Kardiologe (435.757 Euro) und der Pneumologe (496.974 Euro) kommen da nicht ganz heran.

Radiologie: 1.061.587 Euro

Die absolute Nr. 1 bei den durchschnittlichen Einnahmen je Praxisinhaber ist aber der Radiologe: Er schafft mehr als eine Million im Jahr. Kleiner Trost für alle, die davon nur träumen können: Die Investitionskosten, die in der Radiologie fällig werden, liegen ebenfalls um ein Mehrfaches höher als bei den Kollegen.

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