Steuerberater für Heilberufler: Was sie kosten, was sie leisten

Klingelt der Steuerberater bei Ihnen, sollten Sie ihn reinlassen. Denn er kann Ihnen ganz legal helfen, einiges an Abgaben zu sparen.

Grundsätzlich: Steuerberater prüfen Unterlagen auf Richtigkeit. Sie können aber auch für alle steuerrelevanten Vorfälle zuständig sein und so Rundum-Service bieten. Das kostet, kann aber gutes Geld bringen. Wie für Architekten oder Rechtsanwälte gibt es auch für die Steuerberater eigene Gebührenregeln, nämlich die Steuerberater-Gebührenverordnung. Sie enthält Richtwerte, die auch überschritten werden können, wenn es vorher vereinbart wurde. Die Gebühren hängen ab vom Einkommen. In der Arztpraxis ist dies in der Regel die Einnahmen-Überschussrechnung.

Wertgebühr: Die Gebührenordnung gibt mit Einkommensgruppen den Rahmen vor, in dem das Honorar berechnet werden kann. In der Regel wird die so genannte Mittelgebühr angesetzt. Beispiel: In der Einkommensgruppe 95.001 bis 110.000 Euro reicht die Steuerberatergebühr von 203 bis 1219 Euro; die Mittelgebühr beträgt hier 711 Euro plus Mehrwertsteuer. „Damit soll der Fachmann zwischen leichten und schwereren Arbeiten unterscheiden können“, sagt der Krefelder Steuerberater Markus A. Pfeifer.

Zeitgebühr: Wenn ein Steuerberater mit den üblichen Sätzen aufgrund des erhöhten Arbeitsaufwandes nicht klar kommt, kann er auch Zeitgebühren ansetzen. Der Stundensatz bewegt sich zwischen 125 und 300 Euro je nach Qualifikation und Kompliziertheit des Mandats – und auch des Haftungsrisikos! Wer patzt und zum Beispiel vergisst, bestimmte Praxisausgaben oder Werbungskosten abzusetzen, kann für den Schaden, der gleich der höheren Steuer für den Arzt ist, haftbar gemacht werden. Die Rechtsprechung entscheidet in letzter Zeit zunehmend kundenorientiert und hat die Haftung verschärft. Regelmäßige wiederkehrende Leistungen, etwa Steuererklärungen oder Prüfung des Steuerbescheids, können auch mit einem Pauschalpreis abgegolten werden.

Vertrauenssache: Wer zu seinem Steuerberater erst einmal Vertrauen gefasst hat, wird diesen in der Regel alles machen lassen. Der Zeitaufwand, um zum Beispiel alle absetzbare Aufwendungen zu erfassen, würde den Arzt überfordern. Gerade die Kostenbewertung ist ein heikles Thema. Wird beispielsweise die Arztpraxis im selbstgenutzten Einfamilienhaus betrieben, erscheint kein Mietaufwand in der Gewinnermittlung, da der Arzt sich nicht selbst eine Miete zahlt. Auch die Abschreibungen werden meist nach steuerlichen Gesichtspunkten ermittelt und nicht nach der tatsächlichen Wertminderung. All dies sind Gründe, einen Profi ran zu lassen.

A&W-KOMPAKT
Jahresfixhonorar möglich

■ Es gibt Steuerberater, die auf Arztpraxen spezialisiert sind.

■ Kommen Sie zum ersten Mal zu einem Steuerberater, darf er maximal 180 Euro Erstberatungsgebühr verlangen.

■ Die Honorierung ist immer Verhandlungssache. Oftmals wird vorab ein Jahresfixhonorar vereinbart.

■ Es haben sich auch zunehmend Beratungsfirmen etabliert, die neben der Steuerberatung auch Praxismanagement sowie private Vermögens- und Liquiditätsplanung offerieren.

■ Sie müssen nicht nur mit regelmäßigen Steuerprüfungen rechnen, sondern auch damit, dass alle vier Jahre die Rentenversicherung prüft, ob Sie alle Melde- und Beitragsabführungspflichten erfüllt haben

 

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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