Gastbeitrag von Stephan Albrech

Wasserstoff-Technologie: Investoren setzen auf großen Trend

Fast zehn Milliarden Euro will die Bundesregierung bis 2030 in die grüne Wasserstoff-Technologie pumpen. Mit dieser Nationalen Wasserstoff-Strategie verstärkt sie einen Trend am Aktienmarkt, der 2019 seinen Anfang nahm. Jetzt gehen die Kurse der Unternehmen durch die Decke. Finanzexperte Stephan Albrech* erklärt, warum.

Wasserstoff-Aktien sind heiß. So heiß, dass sich die meisten Anleger daran die Finger verbrennen können. Die Kurse schwanken oft um fünf bis 15 Prozent pro Tag nach oben oder unten. Dieses Hin und Her halten nur wenige aus. Das gilt nicht nur bei Talfahrten, sondern auch, wenn die Kurse hochschießen. Vielen Anlegern fehlen die Nerven, um dabei zu bleiben. Sie verkaufen zu früh, weil sie Angst haben, Gewinne zu verlieren. Wasserstoff-Aktien sind eben echte Momentum-Monster. Wie bei jeder jungen Technologie ist unklar, in welchem Maß sie sich durchsetzt und wer am meisten profitiert.

Dieses Dilemma bekommen Sie in den Griff, wenn sie als Anleger diszipliniert vorgehen:

1. Nur einen Teil des Vermögens (maximal zehn Prozent) in den Sektor investieren und einen repräsentativen Korb von Aktien kaufen.

2. Den Einsatz pro Papier gleich gewichten.

3. Mögliche Verluste mit einem Stopp-Loss-Auftrag begrenzen.

Geht die Rechnung auf, winken wegen des enormen Potenzials der Technologie satte Gewinne. Denn die Aktien der Unternehmen, die in der Wertschöpfungskette am meisten profitieren, liegen im Depot. Die Nieten wurden per Stopp-Loss aus dem Depot gekegelt.

Kurspotential

Einen Fonds oder ETF auf diesem Sektor gibt es noch nicht, wohl auch wegen der wenigen Unternehmen. Zwar existiert ein Zertifikat, das aber hat Nachteile. ITM hat darin einen Anteil von 30 Prozent. Und es enthält Firmen, die nicht nur mit Wasserstoff Geld verdienen. Welches Kurspotenzial die Branche hat, zeigte sich im Frühjahr.

Die Aktie von ITM Power (ISIN GB00B0130H42) legte seit Mitte März um bis zu 250 Prozent zu. Konkurrent Proton Motor Power Systems (ISIN GB00B140Y116) schoss Anfang Juni in nur einer Woche um 130 Prozent in die Höhe. Auch Europas Marktführer NEL ASA (ISIN NO0010081235) aus Norwegen mit einem Börsenwert von 2,3 Milliarden Euro hat von Mitte März bis Anfang Juni mit 140 Prozent kräftig zugelegt. Gefolgt von Powercell aus Schweden (ISIN: SE0006425815) mit 100 Prozent Zugewinn. In den USA gehören Ballard Power Systems (ISIN CA0585861085), Fuel Cell Energy (ISIN US35952H6018) und Plug Power (ISIN US72919P2020) zu den wichtigsten Vertretern. Auch diese Firmen gewannen von März bis Juni um bis zu 150 Prozent.

Zukunft des Wasserstoffs

Die Kursanstiege sind fundamental gerechtfertigt. Einsatzgebiete sehen Experten in der Logistikbranche, in der Stromspeicherung und -verteilung, in der chemischen Industrie sowie in der Stahlerzeugung. Nun befördert die Bundesregierung mit ihrer Nationalen Wasserstoffstrategie die Fantasie weiter. Mit fast zehn Milliarden Euro unterstützt sie bis 2030 den grünen Wasserstoff, bei dem Wasserstoff mit Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Außerdem will sie helfen, neue Wertschöpfungsketten zu etablieren. Und sie geht davon aus, „dass sich in den nächsten zehn Jahren ein globaler und europäischer Wasserstoffmarkt herausbilden wird“.

*Der Autor: Stephan Albrech ist Vorstand der Albrech & Cie Vermögensverwaltung AG  in Köln.

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