Private Krankenversicherung

Wechsler haben’s schwer

Viele Ärzte hofften, 2009 in eine günstigere PKV-Gesellschaft wechseln und die Altersrückstellung mitnehmen zu können. Aber es wird nichts daraus. Wechsler haben’s schwer.

Hohe PKV-Prämien: „Ich zahle für mich allein fast 700 Euro im Monat – und das trotz Gruppenrabatt“, sagt die 59-jährige Allgemeinärztin Sabine N. aus München: „Ich würde gerne wechseln!“ Der Wunsch ist verständlich. „Die Vollversicherten müssen auch wegen der Gesundheitsreform mit Prämienerhöhungen rechnen, die erheblich über den normalen Beitragspassungen liegen. Das sind dauerhaft zusätzliche Prämien von 30 Prozent und mehr“, postuliert das Institut für Wirtschaftspublizistik (IWW).

Im Basistarif verhungern? Auch Ärzte können nicht zur Konkurrenz in einen gleichartigen Tarif gehen. Sondern nur in den Basistarif, der GKV-Leistungen vorsieht. Und da müsste man noch eine ganze Weile bleiben, um dann mit einer erneuten Gesundheitsprüfung in den vergleichbaren Arzt-Volltarif wechseln zu können. Es ist schon merkwürdig, was da gebastelt wurde. Dazu PKVChef Reinhold Schulte: „Es war nie politischer Wille, den Basistarif als Vehikel zu missbrauchen, um Bestandsversicherte in einen anderen Tarif weiterzuleiten!“ Christoph Hartmann von der Central hält dagegen: „Diese Regelung, sollte sie so kommen, ist aus unserer Sicht eine Mogelpackung!“

Altersrückstellung gekappt. ARZT & WIRTSCHAFT befragte einige PKV-Unternehmen, wie hoch denn eine Altersrückstellung für einen langjährigen Kunden sei, die mitgegeben wird. Nirgends gab es eine konkrete Antwort. Sybille Schneider von der DKV: „Je leistungsstärker der jetzige Tarif ist, desto geringer der Anteil, der an den Altersrückstellungen mitgegeben werden kann. Außerdem ist die Höhe abhängig vom Eintrittsalter und dem Geschlecht des Versicherten. Derzeit warten wir noch auf die Vorgaben der BaFin, wie der Mitgabe-Anteil an den Altersrückstellungen genau kalkuliert werden kann.“ In der Branche kursiert eine Schätzung von einem Drittel.

Wartezeit im Basistarif. Wie dem auch sei: Sollte die Regelung so Realität werden, ist das Wechselrecht ausgehöhlt. Welcher Arzt geht zu einem Basistarif mit GKVLeistungen, wartet dort Jahre, und muss sich dann einer erneuten Gesundheitsprüfung stellen? Da ist doch der interne Wechsel auf einen gleichartigen Tarif sinnvoller. Nach Paragraf 178f des Versicherungsvertragsgesetzes kann gerade der ältere Kunde auf einen anderen Tarif bei demselben Unternehmen umsteigen – unter Mitnahme der gesamten Altersrückstellung.

A&W-KOMPAKT

Die Neuregelungen

■ Im ersten Halbjahr 2009 kann ein Teil der Rückstellung für den Basistarif eines neuen Unternehmens mitgenommen werden.

■ Nach einer Mindestverweildauer (zwei oder drei Jahre?) besteht ein Übergangsrecht auf einen „richtigen“ Tarif (mit erneuter Gesundheitsprüfung).

■ Neukunden haben ab 2009 ein dauerhaftes Wechselrecht. Sie können dauerhaft einen Teil der neu aufgebauten Rückstellung mitnehmen.

■ Sinnvoller dürfte ein interner Umstieg auf einen gleichartigen Neutarif sein (plus Mitnahme der gesamten Rückstellung).

■ Sparalternativen wären dann nur noch arzttypische Selbstbehalte oder Prozenttarife, die beitragstabiler sind.

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