Fallstricke beachten

Sorglos und steuerfrei Weihnachten feiern

Die Adventszeit naht und mit ihr die Zeit für die alljährliche Weihnachtsfeier in der Praxis. Ein Plus für die Stimmung unter den Mitarbeitern – steuerlich betrachtet sollten Ärzte jedoch einige Fallstricke kennen, damit am Jahresende nicht noch eine Nachzahlung droht.

Das Finanzamt bewertet betriebliche Weihnachtsfeiern recht nüchtern: Im Amtsdeutsch gilt die Zusammenkunft in der Adventszeit als „übliche“ Betriebsveranstaltung. Für Arbeitgeber hat dies positive Auswirkungen: Ein Arzt, der für seine Praxis eine Weihnachtsfeier ausrichtet, erbringt die Zuwendungen dafür im ganz überwiegenden betrieblichen Interesse. Die Konsequenz: Sie sind steuer- und beitragsfrei, allerdings in fest gesteckten Grenzen.

Weihnachtsteller steuerfrei

Was bei einer Betriebsveranstaltung „üblich“ ist und was nicht, legt die Finanzverwaltung fest. Steuerfrei sind die Ausgaben für

  • Speisen und Getränke,
  • Tabakwaren und Süßigkeiten,
  • die Übernahme von Fahrt- und Übernachtungskosten,
  • Eintrittskarten sowie
  • Geschenke.

Aber Achtung: Der Praxisinhaber darf pro Mitarbeiter einen Betrag von 110 Euro nicht überschreiten. Allerdings schaut das Finanzamt den Angestellten nicht auf den Teller, sondern legt die Kosten, die der Arzt insgesamt hatte, auf alle Beschäftigten um.

Freigrenze beachten!

Entscheidend ist, dass es sich bei der Summe von 110 Euro um eine so genannte Freigrenze und nicht einen Freibetrag handelt. Eine Freigrenze darf nicht überschritten werden, ansonsten ist die Steuervergünstigung bereits für den ersten ausgegebenen Euro verloren. Außerdem können nur maximal zwei Veranstaltungen pro Jahr steuerfrei sein. Ärzte, die mit ihren Mitarbeitern beispielsweise bereits ein Betriebsjubiläum und ein Sommerfest gefeiert haben, können für die jährliche Weihnachtsfeier keine Steuerfreigrenzen mehr beanspruchen.

Werden während der Weihnachtsfeier Geschenke überreicht oder verlost, dürfen diese nicht teurer als 40 Euro sein. Wird dieser Wert überschritten, wird das komplette Geschenk steuerpflichtig; Bargeld oder Goldmünzen sind ohnehin immer voll steuerpflichtig. Bei einer Verlosung sollten Arbeitgeber außerdem darauf achten, dass alle Mitarbeiter daran teilnehmen dürfen – nur so bleiben die Präsente steuerfrei.

Geschenke für Mitarbeiter schon vor dem Advent

Übrigens: Selbst Geschenke mit einem Wert unter 40 Euro werden in die Berechnung der 110-Euro-Freigrenze einbezogen. Wer also dafür sorgen möchte, dass seine Weihnachtsfeier für die Belegschaft steuerfrei bleibt, sollte überlegen, Präsente bereits früher im Jahr zu überreichen. Bis zu einem Betrag von 44 Euro pro Monat ist dies steuer- und sozialversicherungsfrei.

Im Entwurf des Jahressteuergesetzes (offiziell „Gesetz zur Anpassung der Abgabenordnung an den Zollkodex der Union und zur Änderungen weiterer steuerlicher Vorschriften“) ist vorgesehen, dass ab 2015 die Freigrenze von 110 auf 150 Euro angehoben wird. Allerdings gilt diese Summe dann rechnerisch für den Arbeitnehmer und dessen Begleitperson – eine Regelung, die der Bundesfinanzhof erst vor kurzem verworfen hatte. Das Jahressteuergesetz wird Anfang Dezember im Bundestag erneut beraten.

FeedbackSenden
Anzeige

Telematikinfrastruktur: Vorbereitungen für bundesweiten Roll-out in vollem Gange

Wenn am 1. Juli 2017 der flächendeckende Roll-out startet, sollten Ärzte gut informiert sein, und vor allem nicht zu lange mit der TI-Anbindung warten. Mehr
Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

Weitere Artikel zum Thema:

Steuermonitor

Steuerfreie Vorteile für Mitarbeiter


Existenzsicherung

Die Berufshaftpflichtversicherung – unverzichtbar für jeden Arzt


Vorteile für Selbständige und Gewerbetreibende

Telefontarif für Selbständige


Marburger Bund

Sonderkonditionen für Mitglieder


Verpflegungsmehraufwendungen

Neue Pauschalbeträge für Auslandsreisen


Anzeige
Drucken