Dramatische Einkommensunterschiede

Weniger Honorar für Ärztinnen

Eine niedergelassene Ärztin erwirtschaftet im Schnitt über 64.000 Euro pro Jahr weniger als ihr Kollege mit eigener Praxis. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht zum Zi-Praxis-Panel hervor.

Die Ausbildung zum Arzt dauert lang und ist hart – doch am Ende lohnt es sich finanziell. Vor allem für Männer. Denn was Frauen nun schwarz auf weiß haben, ist der eklatante Gehaltsunterschied zwischen den Geschlechtern – und das trotz gleicher Qualifikation.

Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hat in seinem aktuellen Praxis-Panel ermittelt, dass selbstständig tätige Ärztinnen beim Einkommen ihren männlichen Kollegen dramatisch hinterher hinken. Die Praxisdaten von 2009 bis 2011 ergaben, dass männliche Praxisinhaber einen Jahresüberschuss von im Schnitt 168.800 Euro erwirtschafteten, während ihren Kolleginnen in eigener Praxis nur 104.600 Euro blieb.

Hausärztinnen hinken hinterher
Auch bei den Hausärzten klafft eine große Lücke zwischen den Geschlechtern – selbst wenn der Unterschied beim Jahresüberschuss etwas geringer ausfällt. Hier beträgt die Differenz zwischen Praxisinhaber mit 162.600 Euro und Praxisinhaberin mit 119.900 Euro beim Jahresüberschuss immerhin 42.700 Euro. Auf einen gleich hohen oder gar höheren Betrag der Einnahmen kommen niedergelassene Ärztinnen in keinem Fachgebiet. Doch welche Hinweise gibt es für den Unterschied? Eine Erklärung ist, dass über alle Fachbereiche hinweg Ärztinnen weniger Arbeitszeit als ihre männlichen Kollegen einsetzen. Bei der Jahresarbeitszeit liegen die Ärzte mit 2520 Stunden weit vor den Kolleginnen mit 2116 Stunden. Bei den Hausärzten steht es 2352 (Ärztinnen) zu 2604 (Ärzte) Stunden pro Jahr. Logischerweise liegt der Jahresüberschuss je Inhaberstunde bei Ärzten über alle Fachgruppen hinweg mit 66,97 Euro höher als der bei Ärztinnen mit 49,47 Euro. Ein Grund dafür ist auch, dass Ärztinnen sich mehr Zeit für Patienten nehmen und deshalb weniger behandeln. Sie kommen im Schnitt auf 38,3 Minuten je Patient und 763 Patienten, Ärzte nur auf 31,1 Minuten, aber 1138 Patienten.

Ein weiterer Grund für die Einkommensunterschiede: In fast allen Bereichen hat das Zi ermittelt, dass Praxisinhaberinnen weniger Privatpatienten behandeln. Die Folge: Eine größere Abhängigkeit von GKV-Honoraren. Aber das allein macht das Gefälle nicht aus, denn auch bei den Einnahmen je GKV-Patient liegen Ärztinnen mit 56,08 Euro unter denen der Praxisinhaber mit 60,58 Euro. In diesen Fällen vermutet das Zi, dass von Praxisinhabern mehr Leistungen je Fall abgerechnet werden. Man ahnt es schon. Auch beim Aufwand je GKV-Patient liegen Ärztinnen mit nur 29,99 Euro deutlich unter den Ärzten mit 35,66 Euro.

Hausärztlicher Bereich

Praxisinhaber Praxisinhaberin
Jahresüberschuss
162.600 €
62,46 €/Std.
119.900 €
51,0 €/Std.
Jahresarbeitszeit
2604 Std. 2352 Std.
Minuten je Patient
30,7 33,0
Behandelte Patienten
1199 1002
Jahresüberschuss je Patient
33,92 € 29,94 €

Thomas Soltau

 

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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