Kalkulationspunktwert

KV: Wenigstens 5,11 Cent sollen sein!

„Wir wollen unser Geld zurück“, fordert die KV Hamburg. Berechtigt! Die KBV und die KVen müssen raus aus der Lethargie und rein in die offensive Wahrnehmung der Interessen ihrer Mitglieder, fordern Experten.

Die Vertreterversammlung der KV Hamburg fordert eine Auszahlung des in den vergangenen Jahren erbrachten „Sparbeitrages“ der Vertragsärzte zur Sanierung der Finanzen der Krankenkassen. Diese Forderung kommt gerade zur rechten Zeit. Die Krankenkassen schwimmen im Geld. 20 Milliarden Euro werden als Rücklagen im Gesundheitsfonds und bei den Krankenkassen gehortet. Der Bundesfinanzminister vergreift sich an den Milliardenüberschüssen und senkt den Bundeszuschuss. Die GKV-Versicherten können mit einer Absenkung der Kassenbeiträge rechnen.

Da ist höchste Zeit, dass sich die Führungsetage der ärztlichen Berufsvertretung aufrafft, die berechtigten Forderungen der Niedergelassenen gegenüber Regierung und Kassen mit Nachdruck geltend zu machen. In der aktuellen Honorarrunde für 2012 muss auf jeden Fall ein Ausgleich für die Steigerungen bei den Personalkosten erreicht werden. Die im Gesetz als Sparbeitrag der Ärzte vorgesehene Beschränkung der Anhebung der Gesamtvergütungen um nur 1,25 Prozent muss vom Tisch.

Laut KV Hamburg wurden den dortigen Ärzten in den letzten fünf Jahren rund 50 Millionen Euro vorenthalten. Eine Resolution der Vertreterversammlung bezeichnet es als legitim, einen Sparbeitrag zurückzufordern, der ganz offensichtlich gar nicht nötig war. In diese Richtung geht auch eine Resolution der Vertreterversammlung der KV Nordrhein: „Die ärztlichen Leistungen müssen von den Kassen korrekt bezahlt werden“, lautet die Forderung. Die Thesaurierung von Krankenkassengeldern in Milliardenhöhe bei gleichzeitiger Unterfinanzierung der ambulanten Medizin in Nordrhein ist für die dortigen Vertragsärzte nicht hinnehmbar.

Milliardenüberschüsse in der GKV und miserable Honorierung, das geht nicht zusammen, so heißt es in einer Resolution der Vertreterversammlung der KV Hessen. Da bisher 30 Prozent aller ärztlichen Leistungen nicht honoriert werden, fordern die Ärzte die Kostenträger auf, einen angemessenen Anteil ihrer Überschüsse zu nutzen, um den Leistungserbringern die seit Jahren vorenthaltene Honorierung im Nachhinein und in Zukunft zu erstatten. Im Mittelpunkt der Forderung steht in Hessen ganz konkret die Vergütung der ärztlichen Leistungen mit dem Kalkulationspunktwert von 5,11 Cent.

 

A&W-DOKU

Vergütung mit einem Punktwert von 5,11 Cent
Die Vertreterversammlung der KV Nordrhein fordert in einer Entschließung, dass endlich die Versprechen aus dem Koalitionsvertrag von 2009 erfüllt werden:

  • „Ein berechenbares und transparentes Honorar für die Arztpraxen.
  • Einführung eines vor Jahren als betriebswirtschaftlich kalkulierten Mindestpunktwertes von 5,11 Cent zuzüglich des Inflationsausgleichs. Dieser Punktwert hat bei konstanter Fallpunktzahl für jede notwendige Leistung zu gelten.
  • Realisierung der schon seit 2007 angekündigten Abschaffung des Budgets.
  • Der Finanzdeckel auf der ambulanten Medizin muss verschwinden, wenn die medizinische Versorgung der Bevölkerung auf dem heutigen Qualitätsstandard gehalten werden soll“.
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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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