immobilien als Altersvorsorge

Wenn das schöne Haus zur Last wird

Immobilien sind eine ideale Altersvorsorge – allerdings nur, wenn die Eigner zuvor einige Grundweisheiten bedacht haben. Sonst können die eigenen vier Wände schnell zur „Altersfalle“ werden.

Im Alter keine Miete zahlen zu müssen – wer will das nicht? Laut Statistischen Bundesamt sparen Rentner im Durchschnitt 614 Euro im Monat, wenn sie in den eigenen vier Wänden wohnen. Das Schöne an dieser „zweiten Rente“: sie ist steuerfrei. Diese Rechnung geht allerdings nur auf, wenn Haus oder Wohnung bei Renteneintritt abbezahlt sind.

Doch eine solide Finanzierung allein reicht in Sachen Planung nicht aus. Wer eine Immobilie bauen oder kaufen will, sollte sich auch über die Lage, die Ausstattung und die Wiederverkaufschancen Gedanken machen. Und über die Instandhaltungskosten. Denn mietfrei heißt nicht kostenfrei. Auch für eine schuldenfreie Immobilie müssen Eigentümer oftmals tief in die Tasche greifen. „Es ist wichtig, für die Instandhaltung finanzielle Rücklagen zu bilden“, rät Peter Breitfeld, Bauherrenberater vom Bauherren-Schutzbund. „Wer ein neues Dach und danach eine neue Heizungsanlage braucht, hat ansonsten ein Problem“, sagt der Experte.

Und dann wären da auch noch die „normalen“ Nebenkosten. Im Gegensatz zu den Renten steigen die Energiepreise kontinuierlich an. Häuslebauer sollten also unbedingt abwägen, ob ihre Rente auch tatsächlich für die laufenden Kosten reicht. Nicola Müller von der Eigentümer-Schutzgemeinschaft Haus & Grund rät deshalb dazu, beim Bau oder bei einer Modernisierung schon in frühen Jahren – zum Beispiel in Sachen Dämmung – mehr und gründlich zu investieren, um so später die Energiekosten zu senken.

Doch nicht nur für die Instandhaltung einer Immobilie sollte noch Geld auf dem Konto sein. Im Alter brauchen die Menschen andere Wohnbedingungen. „Deshalb sollte man sich schon beim Bau oder beim Kauf fragen: Wie will ich wohnen, wenn ich älter bin?“, sagt Peter Breitfeld. „Zumindest sollte man so planen, dass ein altersgerechter Umbau später möglich ist“, rät der Experte.

Will heißen: Wer eine Eigentumswohnung im fünften Stock ohne Aufzug kauft, riskiert, dass er im Alter nicht mehr die Treppen hinaufkommt und seine vertraute Umgebung deshalb verlassen muss. Zudem sollte man sich fragen: Was baue oder kaufe ich? Wenn etwa erwachsene Kinder ausziehen, kann das Haus für die Eltern plötzlich viel zu groß sein. Die können dann in eine kleinere Wohnung ziehen. Um die eigene Immobilie weiter zur Altersvorsorge nutzen zu können, muss sie vermietet oder verkauft werden.

Für den Preis ist eine gute Lage ausschlaggebend. „Der Standort bestimmt den Wert einer Immobilie maßgeblich. Dies gilt für harte Faktoren wie etwa Verkehrsanbindung und Infrastruktur ebenso wie auch für weiche Faktoren, die das Leben angenehmer machen, wie etwa Wohnumfeld, Nachbarschaft und Einkaufsmöglichkeiten“, sagt Nicola Müller. Es gilt: Je attraktiver die Lage, desto wertstabiler ist das Objekt.

Im Klartext: Ein Haus in einer wachstumsstarken Region lässt sich später besser verkaufen als ein Häuschen auf dem Land. „In strukturschwachen Regionen sinkt die Zahl der potenziellen Kunden. Aufgrund großer Auswahl im Angebot steigen die Ansprüche. Der Anbieter muss sein Angebot stetig verbessern, um die Immobilie marktfähig zu halten“, erklärt Nicola Müller. Das bedeutet: Im schlimmsten Fall lässt sich die Immobilie nicht verkaufen. Wenn man sie im Alter gegen eine schicke Stadtwohnung eintauschen will oder muss, kommt man an seine Altervorsorge – sprich an das Geld – nicht heran. Die Immobilie ist zur „Altersfalle“ geworden.

Sollten wir also alle den Traum vom idyllischen Haus auf dem Land begraben? Die Stadt liegt jedenfalls voll im Trend. „Familien, junge Paare und auch ältere Menschen suchen zunehmend innerstädtische Standorte und genießen die Vorteile von kurzen Wegen zu Freizeiteinrichtungen, kulturellen Angeboten, Arbeitsplatz, die Vielzahl spontaner Kontakte und die Nähe zu Freunden“, sagt Nicola Müller. Die Nachfrage nach Immobilien ist dort größer. Langfristig rechnet es sich, eine Immobilie in wachstumsstarker Region zu kaufen – auch wenn dafür zunächst ein höherer Preis gezahlt werden muss. Haus oder Wohnung sind da wertstabiler und lassen sich später leichter wiederverkaufen.

Doch auch in der Stadt sind die Unterschiede teilweise ganz erheblich. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung des Nachrichtenmagazins Focus. Demnach weist etwa die Stadt und Region Düsseldorf eine enorme Preisspanne auf. Ein 140 Quadratmeter großes Einfamilienhaus in einem „unattraktiven Stadtteil“ der nordrhein- westfälischen Landeshauptstadt ist ab 287.000 Euro zu haben, in einer begehrten Gegend muss man für solch ein Objekt schon mindestens 658.000 Euro hinblättern. Als die teuersten, gleichzeitig aber auch preisstabilsten Pflaster in Deutschland gelten laut Focus-Analyse derzeit Königstein bei Frankfurt, München und das Ufer des Starnberger Sees. Delmenhorst, Cottbus und Halle gehören dagegen zu den vergleichsweise günstigen Gegenden.

A&W-KOMPAKT

Vorsorgen, aber richtig

Eine Immobilie ist eine ideale Form der Vorsorge – wenn man sie wegen veränderter Lebensbedingungen im Alter verkaufen, vermieten oder auch selbst bewohnen kann. Bauherren oder Käufer sollten sich deshalb mit folgenden Fragen auseinandersetzen: Liegt die Immobilie in einer attraktiven Lage, so dass sie wertstabil ist? Kann ich sie sinnvoll nutzen, wenn ich alt werde und meine Kinder aus dem Haus sind? Kann ich mir die Kosten für Energie und Instandhaltung auch im Alter leisten? Wer seine Entscheidung gründlich abwägt, riskiert nicht, dass die eigene Immobilie später zur „Altersfalle“ wird.

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