Werbungskosten

Wie sich die Party absetzen lässt

Unter bestimmten Voraussetzungen können die Aufwendungen für eine Feier als Werbungskosten abgezogen werden. Ob sich das Finanzamt tatsächlich an der Party beteiligt, hängt vor allem von der Gästeliste ab.

Aufwendungen für eine Feier sind unter bestimmten Umständen als Werbungskosten absetzbar. Allerdings legt der Fiskus hier sehr strenge Maßstäbe an. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf den Anlaß und die Gästeliste gerichtet. Bisher galt für Arbeitgeber und Arbeitnehmer deshalb der Grundsatz: Private und berufliche Anlässe sollte man besser nicht kombinieren. Waren Freunde und Familie bei der Feier dabei, ordnete das Finanzamt die entsprechenden Aufwendungen nämlich meist der privaten Lebensführung zu.

Allerdings kann es hier auch Ausnahmen geben, wie ein jetzt veröffentlichtes Urteil des Bundesfinanzhofs zeigt (Urteil vom 08.07.15, Az.: VI R 46/14). So hat der VI. Senat entschieden, dass die Aufwendungen eines Arbeitnehmers für eine Feier aus beruflichem und privatem Anlaß zumindest anteilig als Werbungskosten abziehbar sind.

Der Kläger feierte sowohl seinen Geburtstag als auch eine bestandene berufliche Prüfung im Kreise von Kollegen, Verwandten und Bekannten. Die Kosten für Saalmiete und Bewirtung wollte er, anteilig auf die Gäste aus dem beruflichen Bereich herunter gerechnet, in seiner Einkommenssteuererklärung berücksichtigt wissen.

Das Finanzamt lehnte dies ab, vor Gericht hatte der Kläger zunächst ebenfalls keinen Erfolg. Der Bundesfinanzhof hat das Urteil der Vorinstanzen jetzt allerdings aufgehoben und die Sache zur erneuten Verhandlung an das Finanzgericht verwiesen.

Wie die Richter erklärten, ist es nämlich durchaus möglich, den konkret absetzbaren Betrag anhand der Gästeliste zu berechnen. Vorausgesetzt wird allerdings, dass der Anteil der Gäste aus dem beruflichen Umfeld nicht unbedeutend ist. Außerdem muss erkennbar sein, dass die Einladung der Gäste aus dem beruflichen Umfeld „nahezu ausschließlich“ beruflich veranlasst ist. Davon darf ausgegangen werden, wenn nicht nur ausgesuchte Gäste aus dem beruflichen Umfeld eingeladen werden, sondern die Auswahl nach abstrakten berufsbezogenen Kriterien (z.B. alle Auszubildenden, alle Zugehörigen einer bestimmten Abteilung) erfolgt.

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