Urlaubsanspruch

Urlaub für Praxismitarbeiter: Werktage sind nicht gleich Arbeitstage

Praxisinhaber sollten zu Beginn des Urlaubsjahres einen Blick in die Arbeitsverträge ihrer Mitarbeiter werfen. Sind die Urlaubstage dort in Werktagen angegeben? Dann steht den Mitarbeitern möglicherweise weniger Urlaub zu, als sie denken.

Umgangssprachlich werden Werktage oft mit Arbeitstagen gleichgesetzt. Doch zwischen beiden Begriffen besteht ein Unterschied, der sich vor allem bei der Berechnung des Jahresurlaubs bemerkbar macht, wie das Bundesarbeitsgericht in einem Urteil klarstellt (21.05.2019, Az. 6 Sa 87/15): Nach § 3 Absatz 2 Bundesurlaubsgesetz gelten als Werktage alle Kalendertage, die nicht Sonn- oder gesetzliche Feiertage sind. Damit hat eine Kalenderwoche sechs Werktage. Viele Arbeitnehmer arbeiten aber in einer fünf-Tage-Woche, sodass man den Urlaubsanspruch herunterrechnen muss.

Urlaubsanspruch klar formulieren

Ein Beispiel soll das verdeutlichen: Arbeitet eine Medizinische Fachangestellte (MFA) laut Arbeitsvertrag von Montag bis Freitag in einer fünf-Tage-Woche und ist in ihrem Arbeitsvertrag die Rede von 30 Werktagen Jahresurlaub, könnte sie davon ausgehen, dass sie sechs Wochen im Jahr frei nehmen kann. Das ist aber falsch. Diesen Anspruch hätte sie nur, wenn sie an sechs Tagen in der Woche arbeiten würde. Da sie nur fünf Tage pro Woche arbeitet, steht ihr bei dieser Formulierung nur ein Urlaubsanspruch von 25 Arbeitstagen zu.

Praxisinhaber sollten daher bei Arbeitsverträgen mit Mitarbeitern genau auf die Formulierung des Urlaubsanspruchs achten und überlegen, was sie wie regeln wollen. Um Unklarheiten und Streit zu vermeiden, ist es besser, den Urlaubsanspruch in Arbeitstagen zu formulieren, wenn Mitarbeiter in der fünf-Tage-Woche arbeiten.

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