Hausratsversicherung reicht nicht

Wählen Sie die Allgefahrendeckung

Wer sich zu Hause mit Wertvollem umgibt, sollte seine Preziosen auch richtig schützen. Die normale Hausratversicherung schafft das nicht. Unser Autor rät zu einer so genannten Allgefahrendeckung.

Wertsachen wie Bargeld, Urkunden, Wertpapiere, Schmuck oder Kunstgegenstände sind in der normalen Hausratpolice nur bis 20 Prozent der Versicherungssumme gedeckt. Im Schadenfall müssen alle Wertsachen einzeln benannt werden, denn nur so ist feststellbar, ob die 20 Prozent reichen. Daneben gelten für bestimmte Wertsachen weitere Grenzen, etwa 1.000 Euro für Bargeld oder 20.000 Euro für Schmuck. Dies gilt nicht, wenn sich die Sachen in einem mehrwandigen Stahlschrank mit 200 Kilo Mindestgewicht oder in einem eingemauerten Stahlwandschrank mit mehrwandiger Tür befinden.

Es bieten sich zwei Lösungen an: Erstens eine so genannte Deckungserweiterung oder zweitens die Allgefahrendeckung. Im ersten Fall können bestimmte Wertsachen, etwa Schmuck oder Pelze, so versichert werden, dass auch das Trageund Transportrisiko versichert ist. Pferdefuß: „Viele Versicherer verlangen dafür einen größeren Selbstbehalt und haben dazu jede Menge Sicherheits-Vorschriften im Kleingedruckten“, warnt Makler Friedrich Bauermeister aus Hamburg. Die zweite Lösung ist sinnvoller. Bei der Allgefahrendeckung ist alles versichert, was nicht ausdrücklich ausgeschlossen wird. Ein Beispiel: Wenn bei der herkömmlichen Hausratpolice ein Dieb durch die angelehnte Haustür eindringt und die Briefmarkensammlung klaut, hat der Besitzer Pech – bei der All-Risk-Police ist der einfache Diebstahl versichert. Auch sonstiges eigenes Verschulden, wie die Zerstörung der „Mingvase“ in einem Ehestreit, ist teilweise versichert. Ausgeschlossen sind aber Allmählichkeitsschäden, wie etwa das Verbleichen wertvoller Bilder.

Festsumme statt Wertnachweis. Eine derartige Police lohnt sich nur ab größeren Hausratwerten: Beim Spezialanbieter Hiscox etwa betragen die Entschädigungsgrenzen für Schmuck und Pelze 25.000 Euro, für Kunstgegenstände 150.000 Euro. Grobe Fahrlässigkeit ist bis zu 25.000 Euro eingeschlossen. Sogar Kreditkartenmissbrauch ist bis 5.000 Euro gedeckt. Bei der Axa Art Versicherung sind ab einem aktuellen Marktwert von mindestens 20.000 Euro alle Kunst- und Sammlungsgegenstände zu fest taxierten Werten gesichert. Vorteil: Im Schadenfall muss kein Wertnachweis erbracht werden, sondern es gibt die fest vereinbarte Versicherungssumme. Wichtig ist auch der Schutz bei Trickdiebstählen, die bei Kunst und Schmuck in letzter Zeit stark zugenommen haben. Natürlich haben die Versicherer auch versierte Sachverständige, mit denen man konkret den Versicherungsschutz bespricht.

A&W-KOMPAKT

Unterversicherung vermeiden!

  • Für die Normalpolice setzen die Versicherer gern je Quadratmeter Wohnfläche einen Wert von 650 bis 700 Euro an (Unterversicherungsverzicht)
  • Der Hausrat einer 160 Quadratmeter großen Wohnung würde etwa in Berlin bei preiswerten Versicherern 160 bis 220 Euro im Jahr kosten
  • Die Prämie einer speziellen Wertsachen- Police kann nur individuell ermittelt werden

A&W-TIPP

  • Haben Wertsachen bei Ihnen ein gewisses Niveau erreicht, reicht die normale Hausratpolice nicht mehr
  • Auch die bloße Deckungserweiterung ist dann nicht immer sinnvoll und wirklich ausreichend
  • Sicher fahren Sie mit der Allgefahrendeckung
  • Klären Sie, ob grobe Fahrlässigkeit, Elementargefahren, Trage- und Transportrisiko sowie Trickdiebstähle eingeschlossen sind
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