Kapitalmarktforschung

Wie die Theorie beim Investieren hilft

Standard Finance, Behavioural Finance, Neurofinance, Emotional Finance, Biofinance – die Finanzökonomie lebt, wie jede andere Forschungsrichtung, von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Diese können sich auch Anleger zunutze machen.

Standard Finance

Die Standardtheorie geht vom Homo oeconomicus aus. Dieser perfekte Mensch entscheidet immer rational, verarbeitet alle Informationen richtig und maximiert seinen eigenen Nutzen. Weiterhin gilt die Annahme, dass Finanzmärkte effizient sind. Was bedeutet das? Alle kursrelevanten Informationen sind in den Wertpapierpreisen bereits enthalten. Hieraus folgt für den rationalen Menschen: Anleger können den Markt langfristig nicht schlagen und sollten deshalb in passive Anlageprodukte – am besten in globale Indexfonds (Exchange Traded Funds) – investieren.

Behavioural Finance

Aufgrund der Defizite der Standardtheorie entwickelte sich unter der dem Namen „Behavioural Finance“ Anfang der Achtzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts ein alternativer Erklärungsansatz in der Finanzmarktforschung. So geht die Behavioural Finance davon aus, dass Wirtschaftssubjekte begrenzt rational handeln, nur über unvollkommene Informationen verfügen und den eigenen Nutzen nicht maximieren. Stattdessen geben sich Entscheider mit suboptimalen Ergebnissen zufrieden. Vertreter der Behavioural Finance lehnen die Markteffizienzhypothese von Eugene Fama, die dieser in den 1970er-Jahren entwickelte, ab. Die verhaltenswissenschaftliche Finanztheorie hat eine Vielzahl von Verhaltensanomalien erforscht.

Neurofinance

Gier frisst Hirn. Das besagt eine alte Börsenweisheit. Mit dem Gehirn befasst sich die Neurofinance. Sie analysiert mithilfe neurowissenschaftlicher Methoden und Technologien das Handelsverhalten auf Finanzmärkten. Ziel dieses neuen Forschungszweigs ist es, Entscheidungsprozesse besser verstehen, vorhersagen und steuern zu können.

Emotional Finance

Emotionen und Gefühle bewegen die Finanzmärkte – bis zu 90 Prozent, sagte schon Börsenaltmeister André Kostolany. Deshalb rückt eine neue Forschungsrichtung immer mehr in den Vordergrund: die sogenannte Emotional Finance. Gerade bei finanziellen Entscheidungen spielen Emotionen eine große Rolle, zum Beispiel beim Immobilienkauf. Aus Umfragen ist bekannt, dass sich Kaufinteressenten von emotionalen Motiven in der Regel leiten lassen. David Tuckett, Psychoanalytiker am University College London, ist ein wichtiger Vertreter dieser jungen Fachrichtung.

Biofinance

Aus den Vorgängen der Natur und der Biologie zu lernen, das ist das Ziel der Biofinance. Sie betrachtet Anleger und Unternehmen als lebende Organismen, berücksichtigt bei ihrer Umsetzung die wichtigsten Prozesse der Natur (beispielsweise die Anpassungsfähigkeit).

Jetzt gilt es, den richtigen Finanzpartner zu finden. Wie? Das erklärt Ihnen der nächste Beitrag.

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