Worauf Sie achten müssen

Tipps für die Suche nach der passenden Unfallversicherung für Ärzte

Angestellte Ärzte sind über die Berufsgenossenschaft unfallversichert, allerdings nur im beruflichen Rahmen. Sie können sich ebenso wie Praxisinhaber aber auch freiwillig versichern. Warum der private Schutz so wichtig ist und wie Sie die passende Police finden, erklären wir im folgenden Beitrag.

Die gesetzliche Unfallversicherung springt ein, wenn der angestellte Arzt auf dem Weg zur Arbeit oder während seiner Tätigkeit verunglückt. Doch viel wahrscheinlicher ist für angestellte und selbstständige Heilberufler ein Unfall in der Freizeit – sagt jedenfalls die Statistik. Doch auch der kann natürlich Auswirkungen auf das Berufsleben und damit auf die finanzielle Situation des Betroffenen haben. Vor allem, wer in seiner Freizeit sportlich sehr aktiv ist, sollte deshalb über einen zusätzlichen privaten Versicherungsschutz nachdenken. Selbstständige Ärzte müssen sich sogar privat versichern, wenn sie bei Unfällen entsprechend geschützt sein wollen. Hier die wichtigsten Fakten zum Thema.

Zunächst die begriffliche Abgrenzung, damit Sie wissen, um was es beim Unfallbegriff aus Sicht der Versicherung geht – nur dann wird nämlich eine Leistung fällig:

  • Ein Unfall liegt vor, wenn die versicherte Person durch ein plötzlich von außen auf den Körper wirkendes Ereignis (Unfallereignis) unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet.
  • Es erfolgt bei Leistungen aus einer privaten Unfallversicherung keine Anrechnung auf Leistungen aus der gesetzlichen Unfall- oder Altersrente.

Was ist denn mit der gesetzlichen Unfallversicherung?

  • Als Arbeitnehmer haben Sie eine gesetzliche Unfallversicherung über die Berufsgenossenschaften; diese deckt aber nur Wegeunfälle, Berufskrankheiten und Arbeitsunfälle ab. Schon der Halt für ein Brötchen beim Bäcker auf dem Weg zu Ihrem Arbeitsplatz gefährdet die Leistung.
  • Bei einer privaten Unfallversicherung besteht weltweiter 24h-Schutz – also auch im privaten Bereich bei allen Aktivitäten des täglichen Lebens.
  • Niedergelassene Ärzte können sich freiwillig versichern – insbesondere bei Kollegen mit Hausbesuchen (= Wegeunfälle!) macht dies regelmäßig Sinn.

Wie ist die Abgrenzung zur Berufsunfähigkeitsabsicherung?

  • Die Berufsunfähigkeitsversicherung zielt bei einer Einschätzung der Minderung der Erwerbsfähigkeit auf Ihr versichertes Berufsbild
  • Die private Unfallversicherung versichert die endgültige Einschränkung der Funktionsfähigkeit von u.a. in einer „Gliedertaxe“ aufgeführten Körperteilen.
    Anlass dieser Einschränkung muss zwingend ein Unfallereignis sein, siehe obiger Begriff.
  • Da die Gesundheitsfragen bei der Unfallversicherung stark reduziert sind, ist sie für Ärzte eine Alternative, welche sich aus gesundheitlichen Gründen nicht für den Fall einer Berufsunfähigkeit absichern können.

Warum gibt es spezielle Ärzte-Unfallversicherungen?

  • Ärzte sind je nach Fachrichtung besonders exponiert:
    • Notarzt-Tätigkeit
    • Röntgen- und Laserstrahlung
    • Rettung von Menschenleben
    • Infektionskrankheiten, Nadelstichrisiko
    • Feinmotoriker – oder jeder Finger zählt:
      z.B. Zahnärzte, MKG, Chirurgen – insb. Neurochirurgen etc.
      Die Missbrauchsgefahr ist bei den Top-Fingertaxen so extrem, dass die Versicherer diese ausschließlich Ärzten (oder z.B. Pianisten) anbieten
  • Niedergelassene Ärzte mit der Unfallkonsequenz Praxisausstieg

 

Für wen macht das besonders Sinn? Hier aus meiner täglichen Praxis gesammelte Expositionen im Freizeitbereich

  • Outdoor-Enthusiasten, z.B. Mountainbiker (Downhill !), Bergsteiger
  • Heimwerker mit einem Faible für Sägen, Fräsen – Sie kennen das ja aus der Notaufnahme…, Gartenarbeit und Hobby-Brennholzverarbeitung
  • Motorradfahrer, Freizeitsportler (Tauchen, Reitsport, Kampfsport)

 

Was zeichnet Top-Bedingungswerke aus?

  • Einschluss von Unfällen bei Rettung von Personen und Sachen ggfs. auch Tieren!
  • Keine Anrechnung von Vorschäden (Mitwirkungsanteil)
  • Bewusstseinsstörungen durch Herzinfarkt, Schlaganfall, Medikamente und Alkohol (alltagstaugliche Höhe beim Lenken von Kfz!)
  • Tauchtypische Gesundheitsschäden
  • Strahlenschäden (außer Kernenergie)

Mitversichert sind:

  • Verletzungen durch Eigenbewegung
    z.B. Umknicken beim Gehen oder Joggen, körperliche Drehbewegungen beim Sport oder Erschrecken mit unmittelbarem Sturz.
  • Erhöhte Kraftanstrengung
    z.B. durch erhöhte Kraftanstrengung verursachte Bauch-, Unterleibs- und Knochenbrüche und alle Schädigungen an Gliedmaßen oder der Wirbelsäule und auch Gelenksverrenkungen, Zerrungen oder Zerreißungen von Muskeln, Sehnen, Bändern, Kapseln oder Menisken.
    Nicht versichert sind Schädigungen der Bandscheiben.
  • Infektion durch Insektenbisse/-stiche, Infektion von Wunden, Impfschäden, Vergiftung durch Gase, Dämpfe und Nahrungsmittel, Allergische Reaktionen
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