Diffuse Kriterien

Wo gutes Gewissen sich gut verzinst

Ökologische, soziale oder ethische Fonds sind in. Weil sie passabel rentieren und zudem das Gefühl geben, etwas Gutes zu tun. Doch die Kriterien für „öko“, „sozial“ oder „ethisch“ sind ziemlich diffus.

Ordentliche Verzinsung. Nachhaltigkeitsfonds bringen gute Renditen. Wer etwa Anfang 2001 auf solche Fonds setzte, konnte bis jetzt sein Kapital um über 50 Prozent steigern. Sozialverträgliche und umweltfreundliche Profite – diesen Widerspruch gibt es nicht mehr. Besonders aktiv sind hier gerade Kirchen, Pensionskassen und Stiftungen. Allerdings machen diese Fonds nur zwei Prozent der gesamten Fondspalette aus. Insgesamt investieren bundesweit 100 Fonds „moralisch“.

Schwierige Auswahlkriterien. Es gibt keine klaren Zielvorstellungen für nachhaltige Geldanlagen. Manche Fonds wählen sehr rigide aus und prüfen anhand von über 100 Kriterien, während andere großzügiger operieren. So investieren die einen in Mineralölkonzerne oder Chemiefirmen, was andere ausschließen. Leider kennt die Branche noch keine Gütesiegel. „Die hehren Ansprüche an ökologische, ethische und soziale Auswahlkriterien sind nicht immer vorhanden“, warnte schon früh der Bund Naturschutz.

Seriös sind sicher die Neue-Energien- Fonds, die in alternative Energien (Solar-, Windenergieaktien), Wasseraufbereitung, Recycling oder Ökostrom investieren. Vor allem auch, wenn sie nach dem Ausschlussprinzip handeln – da sind etwa Aktien von Tabak-, Alkohol-, Rüstungs- oder Erotikunternehmen tabu. Neuester Renner sind Fonds, die in Biogas-Anlagen investieren. Anleger können mit attraktiver Verzinsung rechnen, doch warnen Experten vor den Risiken.

Vorbild Ökobank. Als strengster ethischökologischer deutschsprachiger Aktienfonds gilt der Fonds Ökovision, der von der Ökobank mit initiiert wurde. Er investiert in regenerative Energien, umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen und ökologische Nahrungsmittel. Ein unabhängiger Anlageausschuss beurteilt jeden Wert hinsichtlich sozialer und ökologischer Aspekte. Dem Ausschuss gehören Experten verschiedener Umwelt-, Menschenrechts- und Verbraucherschutz-Organisationen an.

Alternative: Öko-Rentenfonds. Wer generell kein Geld in Aktien stecken will, kann sich mit ökologischen Rentenfonds anfreunden. Diese Fonds berücksichtigen nur Anleihen von Ländern, deren Bonität von einer anerkannten Rating- Agentur mit mindestens „AA“ bewertet wurde und die nach einem strengen sozial-ökologischen Rating zu den überdurchschnittlichen OECD-Staaten (derzeit 14) gehören. Favorit sind zur Zeit die skandinavischen Länder.

FeedbackSenden
Anzeige

Regressanspruch eines Krankenhausträgers gegen angestellten Arzt in Weiterbildung

Ein aktueller Fall zeigt deutlich, dass die eigene Berufshaftpflichtversicherung auch für angestellte Ärzte in der Aus- bzw. Weiterbildung unverzichtbar ist. Denn über die Berufshaftpflichtversiche... Mehr
Author's imageAxel SchirpProduktmarketing bei HDI Vertriebs AG

Weitere Artikel zum Thema:

Positive Entwicklung

Rentenfonds haben sich gut erholt


Erstes Quartal

Roche ist gut ins Jahr 2010 gestartet


Sauber investieren

Neues Siegel für nachhaltige Fonds


Verträge werfen weniger ab

Lebens- und Rentenversicherungen: Verzinsung sinkt


Anlagestrategie

Internationale Fonds derzeit empfehlenswert


Anzeige
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne Bewerten
Drucken