Krankenversicherung

Zahl der Privatpatienten in Deutschland steigt

Im vergangenen Jahr ließen sich 90.300 Personen privat voll versichern. Das sind über 150 Prozent mehr als 2007. Im ersten Halbjahr 2009 kamen nochmals weitere 98.800 Personen hinzu.

Neben der am 1. Januar 2009 in Kraft getretenen Pflicht zur Versicherung haben laut PKV-Verband die negativen Schlagzeilen vor Einführung des Gesundheitsfonds und die für viele gesetzlich Versicherte damit verbundenen Beitragserhöhungen Tausende zum Wechsel in die PKV bewegt. Zahlreiche Personen hätten zudem eine Anwartschaftsversicherung abgeschlossen, die gesetzlich Versicherten zukünftig einen Tarif der „alten PKV-Welt“ sichert. Um diese Sondereffekte bereinigt, betrug der Neuzugang 2008 etwa 48.900 Personen, so der Verband. Die 2007 eingeführte Drei-Jahres-Wartefrist für Arbeitnehmer oberhalb der Versicherungspflichtgrenze wirke sich aber weiterhin negativ auf die Branche aus.

Trotzdem entwickelten sich die Beitragseinnahmen in der privaten Kranken- und Pflegeversicherung positiv: Sie stiegen im Jahr 2008 um 3,0 Prozent auf 30,33 Milliarden Euro. Dabei entfielen auf die Krankenversicherung 28,36 Milliarden Euro (plus 2,8 Prozent) und 1,97 Milliarden auf die Pflegeversicherung (plus 4,6 Prozent). 2009 rechnet der Verband mit Beitragseinnahmen von insgesamt 31,54 Milliarden Euro.

Die Versicherungsleistungen nahmen 2008 um 6,7 Prozent zu und stiegen auf 20,17 Milliarden Euro, 2009 rechnet der Verband mit einem weiteren Anstieg auf 21,38 Milliarden Euro. Da diese Kostensteigerung deutlich über die Entwicklung in der GKV hinausgehe, wolle man versuchen, mehr Einfluss auf Preise, Mengen und Qualität der Leistungen zu nehmen, heißt es aus dem Verband.

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