Versorgungsatlas

Zahlen vermitteln falsches Bild

In gesperrten Planungsregionen sollen Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen nach den Plänen der Bundesregierung künftig prüfen, ob Praxen bei der Abgabe durch den bisherigen Inhaber stillgelegt werden können.

Die Berechnungsgrundlage hierfür gehört nach Meinung von Experten aber auf den Prüfstand, da sie den heutigen Versorgungsbedarf nur unvollständig berücksichtigt. Im dünn besiedelten Mecklenburg-Vorpommern kümmern sich im Schnitt 68 Hausärzte um 100 000 Einwohner, ähnlich wie in Bayern oder in den Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin. In Nordrhein-Westfalen stehen dagegen 60 Hausärzte pro 100 000 Einwohner zur Verfügung, was etwa dem Bundesdurchschnitt entspricht. Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland wiederum liegen leicht darüber. Das zeigt eine der vielen Karten zur neuen Untersuchung des Versorgungsatlas „Vertragsärzte und -psychotherapeuten je 100 000 Einwohner in 2013“.

Insgesamt zeigen die Berechnungen, dass sich die reale Versorgungssituation deutlich von den sogenannten Verhältniszahlen der Bedarfsplanung entfernt hat. Diese vorgegebenen Verhältniszahlen von Einwohnern und Ärzten stammen unverändert aus den 1990er Jahren und wurden seitdem eingefroren. Ihnen zufolge gilt eine Region beispielsweise mit Hausärzten zu 100 Prozent als versorgt, wenn die 1990 definierte Verhältniszahl von einem Hausarzt pro 1671 Einwohner erfüllt ist. „Um aber beurteilen zu können, ob tatsächlich eine Über- oder Unterversorgung vorliegt, müssen aus Sicht der Versorgungsforschung neben der Altersstruktur der Bevölkerung auch weitere Faktoren berücksichtigt werden: Dazu zählen z. B. die Verteilung und Häufigkeit von Erkrankungen (Morbiditätsstruktur) und die Sozialstruktur“, sagt Dr. Jörg Bätzing-Feigenbaum, der Leiter des Versorgungsatlas.

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