Diese Anlagen lohnen sich noch

Zinsen bei null Prozent: Was die EZB-Entscheidung für Sie bedeutet

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins von 0,05 auf 0 Prozent gesenkt und das QE-Programm auf 80 Milliarden Euro monatlich angehoben. Notenbankchef Mario Draghi hofft, dass durch diese Maßnahme die Wirtschaft wieder anspringt. Sicher ist allerdings nur, dass die Sparer draufzahlen werden. Wir erklären, was die Entscheidung genau für Ihre Anlagen bedeutet.

Über niedrige Leitzinsen freuen sich vor allem die Finanzminister in der EU: Sie müssen kaum noch Zinsen auf ihre Staatsschulden zahlen. Für Otto-Normalverbraucher ist die Geldschwemme hingegen keine gute Nachricht.

Bankgebühren und Zinsen

Wer früher Geld auf die „hohe Kante“ gelegt, sprich bei seiner Bank gehortet hat, wurde mit Zinsen belohnt. Heute sieht die Realität bei Sparbuch, Tagesgeld & Co. leider anders aus: Die Zinsen sind so lächerlich gering, dass sie häufig nicht einmal mehr die Inflationsrate ausgleichen. Mussten Sparer hier faktisch also schon Verluste hinnehmen, drohen Ihnen künftig auch noch offizielle Negativzinsen auf Ersparnisse. Viele Geldinstitute berechnen bei Großkunden bereits Minuszinsen, es wird immer wahrscheinlicher, dass es in absehbarer Zeit auch Privatkunden erwischt. Gemein: Das Bundesfinanzministerium hat schon verkündet, dass die Negativzinsen steuerlich nicht berücksichtigt werden. Banken, die Minuszinsen vermeiden wollen, werden vermutlich mit steigenden Gebühren und Dispozinsen arbeiten.

Kredite

Wer eine Praxis kaufen, seine bestehende ausbauen will oder sogar über den Kauf einer Immobilie nachdenkt, für den ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen. Kredite sind aktuell nämlich so günstig wie noch nie. Allerdings kann das durchaus noch kippen: Brechen den Banken die Einnahmen weg oder müssen sie gar Strafzinsen zahlen, werden sie versuchen, das an ihre Kunden weiterzugeben – auch über höhere Zinsen bei Krediten.

Immobilien

Wer Immobilien besitzt und diese verkaufen möchte, hat gute Karten: Geht es mit den Zinsen abwärts, zeigen die Preise für Häuser und Wohnungen meist einen Trend nach oben. Das Geld ist reichlich vorhanden und es will ausgegeben werden. Gerade, weil es bei Banken keine Zinsen mehr zu holen gibt, suchen Anleger jetzt nach Alternativen. Damit ist abzusehen, dass es einen Run auf Aktien und Immobilien geben wird. Gut für Immobilienbesitzer: Sie können ihre Preisvorstellungen noch einen Tick weiter raufschrauben. Wer Geld in Immobilien anlegen will, sollte hingegen vorsichtig agieren, denn die Gefahr einer Überbewertung der Objekte ist aktuell durchaus vorhanden.

Lebensversicherungen und Pensionskassen

Versicherer leiden massiv unter der aktuellen Entwicklung. Sie werden bereits seit geraumer Zeit von Niedrigzinsen gebeutelt: Ihre Anlagen werfen nur noch wenig ab, auf der anderen Seite stehen Verträge, die satte Rentenzahlungen versprechen. Kommen Minuszinsen hinzu, wird es noch kritischer. Die Gesamtverzinsung der Verträge sinkt, am Ende bekommen die Vertragspartner weniger als erhofft. Im schlimmsten Fall kann sogar der Garantiezins nicht mehr eingehalten werden.

Aktien

Wer Aktien hat, dürfte von der aktuellen Situation profitieren. Zwar schwächelt der DAX auch mal und reagierte auch kurz auf die Ansage zum Leitzins, doch direkt danach ging es wieder aufwärts. Kein Wunder: Klassische Sparmodelle werden immer unattraktiver und somit fließt noch mehr Geld als bisher in die Aktienmärkte. Auch Anleger, die lieber auf Sicherheit setzen, finden sich hier wieder: Es gibt reichlich stabile Werte, die die Aktionäre zudem mit einer guten Dividende erfreuen.

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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