Terminvergabe bei angeblicher Dringlichkeit

Zu viele Patienten ohne Termin? Tipps für den richtigen Umgang mit „Notfällen“

André Bernert ist Geschäftsführer der Medical Management Partner und seit 18 Jahren Arzt- und Zahnarztpraxis-Experte. Er gibt praktische Tipps für den Umgang mit echten und angeblichen Notfällen in der Arztpraxis.

In der Regel haben alle Arztpraxen Zeitfenster für Notfälle eingeplant. Dennoch bringen diese unerwarteten Patienten häufig den Terminplan komplett durcheinander. Um das zu verhindern, müssen auch die Notfälle in verschiedene Zeitfenster bzw. Dringlichkeiten unterteilt werden.

  1. A, B, C-Notfälle effizient einteilen
  2. Notfälle in den richtigen Zeitenstern einplanen
  3. Zeitfenster für Terminpatienten einhalten
  4. Wartezeiten verringern = glücklichere Patienten
  5. Entspannteres Arbeiten in der Praxis

Warum Notfälle in Praxen triagieren?

Die meisten Praxen haben heute ein Zeitproblem und damit automatisch ein Termintreue-Problem. Viele Patienten ertragen die langen Wartezeiten, viele aber auch nicht. Durch die „Vor-Sortierung“ der Notfälle lassen sich diese relativ gut planen. Ja, richtig: PLANEN. Durch einige Wochen Messung erhalten Sie sehr präzise Daten darüber, wie viele Notfälle je Kategorie in die Praxis kommen. Und mit diesen Informationen könne Sie sehr genaue Zeitblöcke einrichten. Die Einteilung hilft dabei, dass diese mit den knappen Ressourcen möglichst gerecht und effektiv behandelt werden.

Was bedeutet das für die Praxis?

Für die Praxis können der Arzt und z. B. die Praxismanagerin zusammen die Kriterien festlegen, nach denen die Notfälle (A, B und C) priorisiert werden. Kommt nun ein Patient, der in die Clusterung B fällt, so wird dieser z. B. am gleichen Nachmittag behandelt – in dem dafür vorgesehenen Zeitblock für Akutpatienten B. Ein C-Notfall erhält in den meisten MMP-Praxen binnen drei Tagen einen kurzen Akut-Termin. Nur beim A-Notfall wird alles sofort stehen und liegen gelassen und der Patient sofort versorgt.

Den B- und C-Notfällen wird klar kommuniziert, dass es sich nicht um einen regulären Termin handelt, sondern nur ein kurzer Arztkontakt in der Akutsprechstunde zur Verfügung steht. Es muss reizvoller bleiben, einen regulären Termin zu vereinbaren, wo der Arzt sich genug Zeit für den Patienten nimmt. Das gilt es konfliktfrei den Patienten zu vermitteln.

Zusammenfassung

A-Notfall: alles stehen und liegen lassen (in der Regel ein Fall von Lebensgefahr)

B-Notfall: Behandlung am selben Tag (aber nicht sofort)

C-Notfall: Behandlung binnnen drei Tagen (in der dafür vorgesehenen Akut-Sprechstunde)

Kostenloser Service für ARZT&WIRTSCHAFT-Leser:

Praxisinhaber können kostenlos unsere Vorlage zur Notfall-Triage anfordern. Schicken Sie uns hierzu bitte eine kurze E-Mail und teilen Sie uns Ihre Fachgruppe mit: info@m-mp.de

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André Bernert

André Bernert

André Bernert, geb. 1971, hat sich während seines BWL-Studiums an den Universitäten in Göttingen und Kiel (Hauptstudiengang Agrarökonomie – Schwerpunkt Informationsmanagement und Unternehmensbewertung) auf die Einrichtung und Betreuung von Firmennetzwerken, sowie die Bewertung von Freiberufler-Unternehmen spezialisiert. Nach Projektarbeiten in den Bereichen Organisation, Controlling und Liquiditätsplanung fokussierte er sich auf die Bewertung und Beratung von Ärzten, Zahnärzten und Tierärzten. Er war fünf Jahre für den vereidigten Sachverständigen für die Bewertung von Arzt- und Zahnarztpraxen Horst Stingl tätig. Sein Beratungsschwerpunkt lag in der Gestaltung von ambulanten Kooperationsformen. Die Erfahrungen, das Know-how und der Faible für einfache Prozesse haben André Bernert zur Entwicklung eines unvergleichbaren Management-Systems für Arzt- und Zahnarztpraxen geführt. In über 17 Jahren hat er zahlreiche Instrumente entwickelt, die Praxen erfolgreicher machen und Praxisinhaber ent-stressen.

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Author's imageIlias TsimpoulisManaging Director bei Doctolib

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