Versicherungsprämien

Versicherungsprämien: Zuschläge bei Ratenzahlung

Wer Versicherungsprämien, die im Voraus fällig sind, also etwa Beiträge zu Lebens- und Sachversicherungen, in Monatsraten begleicht, zahlt erhebliche Zuschläge. Die sollten Sie sich sparen.

Prämienzuschläge für monatliche oder vierteljährliche Zahlung sind nach Meinung von Verbraucherschützern unzulässig, weil sie von den Versicherern nicht als effektiver Jahreszins angegeben werden. Der Bundesgerichtshof wollte dem aller Voraussicht nach zustimmen, kam aber nicht dazu, weil der exemplarisch verklagte Versicherer kurz vor dem Urteil klein beigab. Für Riester-Verträge nennt das Unternehmen nun den effektiven Jahreszins. Der Streit mit anderen Versicherern geht aber bis zu einem BGH-Urteil weiter. Fehlt die Angabe eines effektiven Jahreszinses, ist nach Meinung von Juristen und Gerichten vier Prozent Zins akzeptabel. Daher können Kunden zu viel bezahlte Ratenzahlungszuschläge zurückfordern und den Versicherer zur Neuberechnung der Prämie auffordern, wenn der effektive Jahreszins nicht angegeben ist.

Fast alle Versicherer haben ihre Versicherungsbedingungen bei neuen Verträgen inzwischen umgestellt. Für alte Verträge können Kunden aber einen Großteil der Zuschläge zurückfordern. Beispiel: Hat ein Kunde 1.200 Euro gezahlt und lag der Effektivzins bei rund 14 Prozent, könnte er – falls die Gerichte bei ihrer derzeitigen Meinung bleiben – alles über vier Prozent zurückerhalten, hier also pro Vertragsjahr 43 Euro. Aber: Eine Rückzahlung ist nur möglich, wenn der Jahresbeitrag unter der Bagatellgrenze von 200 Euro bleibt. Das fällt auf die private Haftpflicht wohl nie, auf Hausrat- und Unfallpolicen höchstens in jedem zweiten Fall zu. Lebensversicherte, Auto- und Hausbesitzer könnten aber fast immer einen Anspruch haben.

Die meisten Versicherungsgesellschaften weisen die Forderungen ihrer Kunden zurück. Sie argumentieren, dass es keine Entscheidung des Bundesgerichtshofes gab, bei der ein Sachurteil gefällt worden wäre, welches alle deutschen Versicherer zur Angabe eines Effektivzinses bei Ratenzahlungszuschlägen verpflichten würde. Betroffene sollten Ihre Versicherung aber dennoch anschreiben und eine rückwirkende Neuberechnung der Ratenzuschläge fordern. Dazu die Rückerstattung der inzwischen zu viel gezahlten Zinsen. Die angeschriebene Versicherung wird das vermutlich ablehnen. Argument: Das abgebrochene Verfahren beim Bundesgerichtshof habe sich ja nur auf eine Gesellschaft und auch nur auf ein bestimmtes Versicherungsprodukt bezogen; für Verallgemeinerungen darüber hinaus gebe es deshalb keinen Anlass. Wer jetzt aber so von seinem Versicherer abspeisen lässt, hat bessere Karten, wenn doch noch ein entsprechendes Urteil kommt.

A&W-TIPP

Wenn Sie …
… den Betrag aufbringen können, stellen Sie Ihren Versicherungsvertrag auf jährliche Zahlungsweise um, dann fallen keine Zinsen an. Die jährliche Zahlung ist daher auf jeden Fall günstiger und Sie bekommen am Ende unter dem Strich mehr für Ihr Geld! Ein Beispiel: Zahlt ein 35-jähriger Mann 25 Jahre lang seine Lebensversicherung mit einem Jahresbeitrag von 1.200 Euro, statt 100 Euro monatlich; erwirtschaftet er am Ende der Laufzeit 3.000 Euro mehr!

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