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Wer genau analysiert, findet aktuell aussichtsreiche Immobilienaktien

von A&W Online

Brille vor Aktienkursen
Foto: gopixa - stock.adobe.com

Nach den starken Kursverlusten bei Immobilienaktien scheint einiges im Kurs eingepreist. Für Anleger können sich daraus Chancen ergeben, meint Gerd Häcker von der Steinbeis & Häcker Vermögensverwaltung. Aber eine tiefgreifende Recherche ist dafür unerlässlich.

Herr Häcker, wie schätzen Sie die Entwicklung am Immobilienmarkt grundsätzlich ein?

Gerd Häcker, Steinbeis & Häcker Vermögensverwaltung
Foto; V-Bank

Gerd Häcker: Weil Käufer und Verkäufer derzeit nicht zusammenkommen, gibt es kaum Transaktionen am Immobilienmarkt. Und damit fehlt generell eine Vergleichsbasis dafür, wo sich die Preise befinden. Das gilt insbesondere für Gewerbeimmobilien, wo strukturelle Probleme wie der Trend zum Homeoffice oder zum Online-Shopping dazu kommen. Deshalb ist die Situation bei Büro, Einzelhandel oder Hotels besonders schwierig.

Wie sind Immobilienaktien einzuschätzen?

Häcker: Anders als die Immobilienpreise reagieren Börsenkurse auf neue Entwicklungen sofort und preisen alle verfügbaren Informationen ein. Zwar sehen wir an der Börse immer wieder Übertreibungen, aber sie ist ein guter Indikator dafür, was wir am Immobilienmarkt noch erwarten dürfen.

Sehen wir an der Börse aktuell Übertreibungen nach unten?

Häcker: Ja. Es gibt Gesellschaften mit einem sehr guten Immobilienportfolio, die ihre Finanzen im Griff haben, deren Kurs aber trotzdem stark an Wert verloren hat. Wer den Markt gründlich analysiert, kann jetzt interessante Einstiegschancen finden.

Manche Unternehmen werden deutlich unter ihrem Nettoinventarwert gehandelt. Können Anleger hier zugreifen?

Häcker: Das sagt nicht alles aus. Man muss zum Beispiel die Qualität der Immobilien bewerten und sich die Verschuldung genau ansehen. Firmen mit viel Fremdkapital können in Schwierigkeiten geraten und dann kann die niedrige Bewertung auch gerechtfertigt sein. Wer so vorgeht und idealerweise noch einen Risikoabschlag einkalkuliert, der kann aber aktuell attraktiv bewertete Immobiliengesellschaften finden.

Eine solche Analyse ist für Privatanleger schwierig. Sind Exchange Traded Funds (ETFs) auf einen Immobilienaktienindex oder Investmentfonds eine Alternative?

Häcker: Von ETFs rate ich ab, da es immer wieder Unternehmen gibt, die ihr Geschäft mit Fremdkapital aufblähen, in guten Phasen sehr erfolgreich sind und deshalb in solchen Indizes ganz oben stehen. Läuft es dann schlecht, können da enorme Verluste entstehen. Dagegen können Investmentfonds, die in Immobilienaktien investieren, eine Alternative sein. Wir setzen sie vor allem in exotischeren Märkten wie Asien ein, wo ein Fondsmanager vor Ort einen tieferen Einblick hat.  

Autor: Gerd Hübner

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