Durchschnittliches Einkommen der Mediziner

Was niedergelassene und angestellte Ärzte verdienen

Ob angestellt oder mit eigener Niederlassung: Ärzte und Ärztinnen verdienen laut Einkommens-Statistik am meisten. Tatsächlich gibt es bei Gehältern und Praxisgewinnen aber deutliche Unterschiede, wie die folgende Auflistung zeigt.

Was angestellte Ärzte in Deutschland verdienen

Eine angestellte Fach- bzw. Führungskraft in Deutschland verdient durchschnittlich rund 58.785 Euro. Das zeigt ein StepStone Gehaltsreport für den jedes Jahr die Gehälter von rund 60.000 Fachkräften analysiert wurden. An der Spitze des Rankings 2020 stehen angestellte Ärzte und Ärztinnen mit einem durchschnittlichen Gehalt von 92.316 Euro pro Jahr bzw. über 7.693 Euro im Monat.Auf Platz 2 folgen Finanzexperten mit 76.354 Euro Jahresgehalt und Juristen mit 70.042 Euro pro Jahr.

Nach Studiengängen betrachtet, führen Mediziner und Zahnmediziner das Ranking ebenfalls an und zwar mit einem durchschnittlichen Gehalt von 92.215 Euro pro Jahr.

Die höchsten Gehälter pro Monat bzw. Jahr für Ärzte werden übrigens nicht in Krankenhäusern, sondern in der Chemieindustrie und der Pharmaindustrie gezahlt. Ein Arzt, der hier einen Job ergattert, verdient überdurchschnittlich viel Geld und wird zum Spitzenreiter unter den Top-Verdienern (Mehr zum Thema Einkommen angestellter Ärzte lesen Sie hier).

Was Ärzte mit eigener Praxis verdienen

Ärzte und Ärztnnen mit eigener Praxis müssen im Durchschnitt 52 Stunden pro Woche arbeiten. Dafür verdienen sie, so scheint es zumindest auf den ersten Blick, auch entsprechend gut. Laut Einkommensstatistik gehören nidergelassene Ärzte und Ärztinnen jedenfalls nach wie vor zu den Top-Verdiener in Deutschland. Allerdings entwickeln sich die Einnahmen der Praxen nicht nur positiv, denn die steigenden Kosten fressen zunehmend die Gewinne auf.

So zogen die Jahresüberschüsse der Arztpraxen zwischen 2011 und 2014 mit einem durchschnittlichen Plus von 6,7 % spürbar an. Vor allem in 2014 konnten sich die Niedergelassenen über größere Zuwächse gegenüber dem Vorjahr freuen. Der Jahresüberschuss pro Arzt lag mit eigener Praxis 2014 im Durchschnitt bei 156.200 Euro, die Gesamteinnahmen im Durchschnitt bei 304.000 Euro. Letztere stiegen 2015 auf 312.700 Euro und 2016 nochmals auf 326.500 Euro an. Nach Abzug der Praxiskosten bleibt ein Anstieg der Einnahmen je Praxisinhaber um durchschnittlich 40.800 Euro auf zuletzt (2016) 170.400 Euro. In Gemeinschaftspraxen erreichten die Jahresüberschüsse für Praxisinhaber 2016 sogar 197.900 Euro. Damit fielen sie 27 Prozent höher aus als in Einzelpraxen (156.400 Euro).

Auch Vertragsärzte verdienen hervorragend

Es handelt sich aber nur um Durchschnittswerte. Das bedeutet, dass eben nicht alle niedergelassenen Ärzte diese Werte erreichen. Das Einkommen eines niedergelassenen Arztes unterliegt je nach Fachrichtung und Region großen Schwankungen. 25% der Praxisinhaber erreichen  laut den letzten vorliegenden Daten nur einen Jahresüberschuss von 88.500 Euro, bei weiteren 50 Prozent der niedergelassenen Ärzte liegt der Jahresüberschuss unter 136.600. Nur 25% dürfen sich bei einer ähnlichen Arbeitszeit wie die Kollegen über mehr als 197.900 Euro freuen. Allerdings sind das Brutto-Einnahmen, die man nicht mit dem tatsächlichen Einkommen von Vertragsärzten gleichsetzen darf. Denn der niedergelassene Arzt mit eigener Praxis muss davon u.a. auch noch die Einkommenssteuer, alle Versicherungen für sich und seine Angehörigen zu 100 Prozent bezahlen (Renten-, Kranken – und Pflegeversicherung) sowie die Beiträge zu Versorgungseinrichtungen. 

Was Fachärzte mit eigener Praxis verdienen

Wieviel ein Arzt wirklich verdient, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Einer davon ist die Fachrichtung seiner Praxis. Hier zeigen die Daten* tatsächlich massive Unterschiede.

Psychiatrie: 187.757 Euro

Fachärzte stehen in dem Ruf, deutlich höhere Einnahmen als Hausärzte zu erzielen. Doch das trifft nicht auf jeden Facharzt zu. Bei Psychiatern lagen die Einnahmen je Praxisinhaber in den letzten Jahren bei 187.757 Euro jährlich. Der durchschnittliche Hausarzt verbucht fast 100.000 Euro mehr. Auch in der Psychotherapie liegen die Einnahmen pro Praxisinhaber mit 100.574 Euro im Vergleich im unteren Bereich.

Neurologie: 286.767 Euro

Etwas weniger als Hausärzte und Allgemeinmediziner erwirtschaften auch die Neurologen mit ihrer Tätigkeit, nämlich 286.767 Euro.

Allgemeinmediziner und Hausärzte: 291.185 Euro

Bei der Inneren Medizin (hausärztlich) und der Allgemeinmedizin liegt der Durchschnitt der Einnahmen pro Praxisinhaber mit 291.185 Euro ebenfalls noch unter 300.000 Euro pro Jahr.

Gynäkologie: 312.976 Euro

Ungefähr auf dem gleichen Niveau wie Kinder- und Jugendärzte (310.071 Euro) sowie Hals-Nasen-Ohren-Ärzte (311.647 Euro), liegen derzeit auch die durchschnittlichen Einnahmen eines Arztes in der Gynäkologie (312.976 Euro).

Anästhesiologie: 320.441 Euro

Im Fachbereich der Anästhesiologie erwirtschaften Praxisinhaber laut aktueller Statistik pro Jahr durchschnittlich 320.441 Euro.

Urologie: 372.128 Euro

Zu den besser verdienenden Fachärzten gehören in Deutschland die Urologen: Pro Praxisinhaber betragen die Einnahmen im Jahr durchschnittlich 372.128 Euro.

Chirurgie: 383.521 Euro

Auch der Griff zum Skalpell lohnt sich: 383.521 Euro im Jahr erwirtschaftet ein Chirurg mit eigener Praxis im Durchschnitt.

Orthopädie: 405.256 Euro

Noch vor dem Chirurg liegt der Orthopäde. Er gehöret nach wie vor zu den Top-5-Verdienern der Ärzteschaft. Pro Praxisinhaber fließen jährlich etwa 405.256 Euro in die Kasse.

Kardiologie: 435.757 Euro

Herz- und Kreislaufprobleme sind in Deutschland eine Volkskrankheit und so gehen auch dem Kardiologen die Patienten nie aus. 435.757 Euro pro Praxisinhaber werden hier jährlich eingenommen.

Augenheilkunde: 446.323 Euro

Den tiefen Blick vom Augenarzt gibt es für Patienten nicht umsonst. Eine Praxis für Augenheilkunde erwirtschaftet im Durchschnitt 446.323 Euro im Jahr.

Gastroenterologie: 543.630 Euro

Der Gastroenterologe ist im Vergleich mit anderen Fachärzten der Inneren Medizin ein Großverdiener. Er nimmt in seiner Praxis im Durchschnitt 543.630 Euro pro Jahr ein. Der Kardiologe (435.757 Euro) und der Pneumologe (496.974 Euro) kommen da nicht ganz heran.

Radiologie: 1.061.587 Euro

Die absolute Nr. 1 bei den durchschnittlichen Einnahmen je Praxisinhaber ist aber der Radiologe: Er schafft mehr als eine Million im Jahr. Kleiner Trost für alle Ärzte anderer Fachrichtungen, die davon nur träumen können: Die Investitionskosten, die in der Radiologie fällig werden, liegen ebenfalls um ein Mehrfaches höher als bei den Kollegen.

Quellen: Bundesamt für Statistik 2015, Zi, Gehaltsreport

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Author's imageIlias TsimpoulisManaging Director bei Doctolib

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