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In Kooperation mit Medas
Medas – Privatabrechnung
Inhaltsverzeichnis

Warum eine gute Privatabrechnung so wichtig ist

Die Abrechnung nach GOÄ ist komplex. Fehlende Leistungen, unklare Dokumentation oder fehlerhafte Multiplikatoren kosten Praxen jeden Monat bares Geld. Gleichzeitig ist die Privatabrechnung ein sensibles Thema: Patienten erwarten nachvollziehbare, rechtssichere Rechnungen und Praxen benötigen Prozesse, die ohne Mehraufwand funktionieren.

Kurz gesagt: Eine gute Privatabrechnung schützt Erlöse, spart Zeit und schafft Vertrauen.

Die 8 wichtigsten Merkmale einer hochwertigen Privatabrechnung: 1. Transparenz und Nachvollziehbarkeit

Eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale ist Transparenz. Eine gute Privatabrechnung ist so aufgebaut, dass jede Leistung klar nachvollziehbar ist – sowohl für die Praxis als auch für die Patienten.

Dazu gehört:

  • eine logisch strukturierte Leistungsaufstellung

  • eindeutige Zuordnung aller GOÄ-Ziffern

  • nachvollziehbare Begründungen bei Steigerungsfaktoren

  • vollständige Dokumentation aller Leistungen

  • keine Pauschalen ohne Grund, keine unklaren Positionen

Eine transparente Abrechnung reduziert Rückfragen, stärkt das Vertrauen der Patienten und gibt der Praxis ein gutes Gefühl von Kontrolle und Sicherheit.

2. Fachliche Expertise & GOÄ-Kompetenz

Eine fachlich korrekte Abrechnung steht und fällt mit dem Wissen rund um die GOÄ. Die Gebührenordnung bietet oft Spielräume – und genau hier zeigt sich, ob jemand wirklich kompetent ist.

Eine gute Privatabrechnung berücksichtigt:

  • aktuelle GOÄ-Regelungen und Analogziffern

  • rechtssichere Begründungen

  • Steigerungssätze nach medizinischer Notwendigkeit

  • korrekte Abbildung von Zusatz- oder Sonderleistungen

  • regelmäßige Schulungen und Updates

Praxisintern ist das oft schwer abbildbar – daher ist beim Outsourcing ein sichtbarer Qualitätsprozess ein wichtiges Merkmal eines seriösen Dienstleisters.

3. Vollständigkeit & Erlössicherung

Viele Praxen lassen unbewusst Geld liegen – nicht durch „Zuviel“, sondern durch zu wenig Abrechnung.

Eine gute Privatabrechnung:

  • erfasst jede erbrachte Leistung vollständig

  • erkennt abrechnungsfähige Zusatzleistungen

  • nutzt zulässige Erlöspotenziale

  • verhindert, dass Leistungen untergehen

Wichtig: Erlösoptimierung heißt nicht, maximal viel abzurechnen, sondern korrekt und vollständig abzurechnen.

4. Effiziente Prozesse & Schnelligkeit

Zeit ist in einer Praxis ein knappes Gut. Daher sollten Abrechnungsprozesse möglichst einfach und schnell ablaufen.

Qualitätsmerkmale dafür:

  • kurze Bearbeitungszeiten

  • klare Upload- oder Übergabestrukturen

  • digitale, sichere Wege der Datenübermittlung

  • geringe Fehlerquoten

  • reibungslose Kommunikation

Je weniger Aufwand für das Praxisteam entsteht, desto besser ist der Abrechnungsprozess.

5. Datenschutz & Rechtssicherheit

Die Privatabrechnung beinhaltet besonders schützenswerte personenbezogene Daten. Deshalb ist ein professioneller Umgang mit Datenschutz unerlässlich.

Gute Abrechnung erfüllt:

  • vollständige DSGVO-Konformität

  • verschlüsselte Datenübertragung

  • sichere Speicherung und klar definierte Löschkonzepte

  • transparente Dokumentation

  • Zugriff nur für berechtigte Personen

Dies schafft Sicherheit für die Praxis und Vertrauen bei den Patienten.

6. Persönlicher Service & Erreichbarkeit

Eine gute Privatabrechnung ist mehr als eine reine Leistungserfassung. Sie ist ein Service. Dazu gehört:

  • eine feste Ansprechpartnerin oder ein fester Ansprechpartner

  • schnelle Antwortzeiten

  • individuelle Betreuung

  • proaktive Hinweise auf typische Fehler oder Optimierungschancen

  • Unterstützung bei Rückfragen von Patienten oder Kostenträgern

Kurz: Die Praxis sollte sich nicht allein gelassen sondern unterstützt fühlen.

7. Faire und transparente Kostenstruktur

Auch bei den Kosten zeigt sich Qualität. Eine gute Privatabrechnung ist verständlich und fair kalkuliert.

Seriöse Anbieter bieten:

  • transparente Preismodelle

  • klare Leistungsbeschreibungen

  • keine versteckten Gebühren

  • nachvollziehbare Abrechnungen

  • ein gutes Verhältnis von Preis und Leistung

Ein ehrlicher Umgang schafft Vertrauen und langfristige Partnerschaften.

8. Externe Abrechnung vs. interne Lösung – was ist besser?

Die Antwort hängt von der Situation der Praxis ab.

Interne Abrechnung – Vorteile

  • volle Kontrolle

  • unmittelbare Kommunikationswege

  • hohe Individualisierung

Interne Abrechnung – Herausforderungen

  • hoher Personal- und Zeitaufwand

  • Wissen muss stetig aktualisiert werden

  • Ausfallrisiko bei Krankheit oder Wechsel

Externe Abrechnung – Vorteile

  • Expertenwissen rund um GOÄ

  • Entlastung des Teams

  • geringere Fehlerquote

  • hohe Erlössicherheit

Externe Abrechnung – Herausforderungen

  • Vertrauen muss aufgebaut werden

  • klare Kommunikation ist essentiell

Für viele Praxen lohnt sich die externe Lösung – besonders, wenn das Team stark ausgelastet ist oder fachliche Tiefe fehlt.

Checkliste: Woran erkenne ich gute Privatabrechnung?

Eine hochwertige Privatabrechnung bietet:

  • klare, transparente Rechnungen

  • vollständige Leistungsdokumentation

  • korrekte GOÄ-Anwendung

  • nachvollziehbare Begründungen

  • faire, transparente Preise

  • DSGVO-konforme Prozesse

  • persönliche Betreuung & schnelle Erreichbarkeit

  • Erlössicherung ohne Risiko

Wenn diese Punkte erfüllt sind, kann die Praxis sicher sein, dass ihre Privatabrechnung professionell, effizient und rechtssicher ist.

Fazit

Eine gute Privatabrechnung schafft Klarheit, Sicherheit und wirtschaftliche Stabilität. Sie ist ein Zusammenspiel aus Fachwissen, Transparenz, Effizienz und Service. Egal, ob intern oder extern – wer die oben genannten Kriterien berücksichtigt, sorgt für eine Abrechnung, die sowohl die Praxis als auch die Patienten überzeugt.

Jeanette Schneider, Medas

Jeannette Schneider

Jeannette Schneider ist GOÄ-Beraterin bei der Medas.

jeannette.schneider@medas.de

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