Osteoporose früh erkennen und Knochenbrüche verhindern
Martina FreyerDas Osteoporoserisiko lässt sich mit einer Messung der Knochendichte abschätzen. So können präventive Maßnahmen oder Medikamente greifen, bevor die erste Osteoporose-bedingte Fraktur aufritt.
Knochenabbau beginnt bereits ab dem 30. Lebensjahr
Die Knochengesundheit wird oft erst genauer betrachtet, wenn erste Frakturen aufgetreten sind, meist an Hüfte, Wirbelkörpern oder am Unterarm. Daher rät die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) zur Vorsorge und Risikoabschätzung. Denn die höchste Knochenmasse ist mit etwa 30 Jahren erreicht. Danach überwiegt der Knochenabbau den Knochenaufbau.
DEXA-Messung und Urintest zeigen das Osteoporoserisiko früh an
Bei Frauen steigt das Risiko für Osteoporose ab der Menopause deutlich an. Die DGOU empfiehlt für Männer und Frauen mit Risikofaktoren ab einem Alter von 50 Jahren, spätestens ab dem 70. Lebensjahr, zur Früherkennnung das Osteoporosrisiko abzuschätzen: Die DEXA-Knochendichtemessung (Dual-Energy X-ray Absorptiometry) misst den Mineralgehalt der Knochen an Wirbelsäule oder Hüfte. Sie wird von Fachärzten für Orthopädie und Unfallchirurgie oder auch anderen Fachärzten mit der Spezialisierung auf Osteologie angeboten, die Kosten der IGeL-Leistung (Individuelle Gesundheitsleistung) liegen um die 70 Euro. Erst bei Osteoporoseverdacht, etwa nach der ersten Fraktur, gilt die Messung als Kassenleistung. Mit einem Urintest werden Calzium-Isotope gemessen: Der Calcium-Isotope-Marker (CIM) zeigt an, ob Knochensubstanz ab- oder aufgebaut wird. Die Kosten liegen bei etwa 130 Euro. Ist der Test positiv, sollte eine Knochendichtemessung folgen.
Welche Laborwerte bei Knochendichteminderung bestimmt werden sollten
Die Knochendichteminderung ist nicht spezifisch für das Vorliegen von Osteoporose. Daher sollten im Basislabor weitere Parameter bestimmt werden wie Calzium und Phosphat im Serum, Alkalische Phosphatase, Gamma-GT, Kreatinin-Clearance, CRP, TSH, BSG und kleines Blutbild. Bei vermeintlichem Vitamin-D-Mangel sollte vor Supplementierung der Spiegel bestimmt werden. Die körpereigene Vitamin-D-Synthese wird im Sommer durch UV-Licht angekurbelt werden. Wenn ein Osteoporoserisiko im Sinne eines krankhaften Knochenstoffwechsels festgestellt wird, können Bisphosphonate den Knochenabbau aufhalten.
Mit Krafttraining, Calzium und Ernährung Knochen gezielt stärken
Eine gezielte Nährstoffzufuhr und Kraftsport fördern die Knochendichte und wirken der Osteoporose entgegen. Patientinnen können ihre Knochen bis ins hohe Alter stärken:
Bewegung regt den Knochenaufbau an. Krafttraining nach Maß und Dehnungsübungen sind gut geeignet, um Muskelkraft, Gleichgewicht und Koordination zu verbessern. Damit kann eine Verbesserung der Knochenstabilität erreicht werden, was die Gefahr einer Fraktur im Alter reduziert.
Calzium ist für die Festigkeit und die Stabilität der Knochen verantwortlich. Calzium-Mangel in jungen Jahren kann die nachhaltige Entwicklung der Knochenfestigkeit im Alter negativ beeinflussen. Milchprodukte sind hier verlässliche Calzium-Lieferanten, daneben auch Gemüse wie Brokkoli, Fenchel und Grünkohl sowie Nüsse oder Kräuter wie Schnittlauch und Petersilie.
Eine ausgewogene Ernährung ist förderlich, radikale Diäten sollten vermieden werden. Auch Lebensmittel mit hohem Phosphatgehalt gelten als Knochenräuber: Colagetränke, Schokolade, geröstete Erdnüsse und viele industrielle Fleischwaren zählen dazu und sollten in Maßen genossen werden. Auch der Konsum von Nikotin und Alkohol stellt einen Risikofaktor dar.
Pressemeldung Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie
S3-Leitlinie AWMF Registernr. 183-001
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