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Onkologie
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Octocrylen in Sonnencreme – was steckt hinter der Diskussion?

Octocrylen wird in Sonnencremes als UV-Filter verwendet. 2022 wurde der Grenzwert für diese Verwendung in der Kosmetik-Richtlinie der EU angepasst. Basis dafür war eine neue Sicherheitsbewertung, die wegen Bedenken hinsichtlich der potenziell endokrinschädigenden Eigenschaften der Substanz durchgeführt wurde. Darin wird auch gefordert, den Gehalt an Benzophenon in solchen Produkten zu überwachen und im Spurenbereich zu halten. Aus Octocrylen entsteht mit der Zeit durch Retro-Aldol-Kondensation Benzophenon. Für dieses wird ein mögliches krebserzeugendes Potenzial diskutiert. Die Verbraucherzentrale rät daher vorsorglich, ältere Sonnencreme mit Octocrylen nicht mehr zu verwenden.

So differenziert wird die Tatsache in sozialen Medien aber oft nicht dargestellt, denn dort ist die Aufmerksamkeit der Nutzer das wichtigste Ziel. Der Weg dahin sind oft Emotionen wie Angst, und die Angst vor Krebs ist so etwas wie das Katzen-Video der Medizin: Das zieht immer.

Hautkrebs auf dem Vormarsch: Ursachen und Fakten

Den Organisatoren des diesjährigen Deutschen Hautkrebskongresses in Leipzig ist das Phänomen einen eigenen Vortrag wert; der Titel gibt die Richtung vor: „Hauptsache viral: gefährliche Trends und Fake News zum Thema UV-Schutz“. Der Hintergrund ist klar: Die Anzahl der Hautkrebs-Neuerkrankungen verdoppelt sich in Deutschland alle zehn bis 15 Jahre. Dieser Trend liege aber nicht an der Nutzung von Sonnenschutzmitteln, betont die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie (ADO). Als wichtiger Grund gilt die abnehmende Ozonschicht.

Sonnenschutz richtig anwenden – das Stufenschema

Für das Patientengespräch in der Arztpraxis bedeutet das, den Fake News einfache Basisinfos zu Hautkrebs, UV-Strahlung und Sonnenschutz entgegenzusetzen. Der UV-Schutz folgt einem Stufenschema; das Meiden der Sonne steht dabei an der Spitze. Das gilt insbesondere in der Mittagszeit, die von 11 bis 15 Uhr reicht. Auch Kleidung rangiert als UV-Schutz vor der Creme, angefangen beim Sonnenhut. Langärmelige Shirts und Hosen sind ebenso effektiv, wenn auch bei hochsommerlichen Temperaturen nicht sonderlich attraktiv.

Generell geht es beim Sonnenschutz um die Erhöhung der Eigenschutzzeit, also der Zeit bis zum Sonnenbrand. Sie ist unter anderem vom Hauttyp und dem UV-Index abhängig.

Mythen und Fakten rund um UV-Schutz

  • Die Vitamin-D-Versorgung ist kein Argument gegen Sonnencreme: Für sie reichen schon zwei- bis dreimal wöchentlich die Hälfte der Eigenschutzzeit im Freien bei unbedeckten Händen, Armen und Gesicht. Bei Hauttyp II entspricht das 36 Minuten pro Woche.

  • Dem Impuls „natürlich“ statt „Chemie“ widerstehen: Öle wie Kokosöl oder Olivenöl sind kein UV-Schutz.

  • Sonnenschutzmittel wird sehr häufig zu sparsam aufgetragen: Zwei Milligramm pro Quadratzentimeter Haut werden empfohlen, das entspricht für den gesamten Körper ungefähr vier gehäuften Esslöffeln Sonnencreme. Eine 200-ml-Flasche müsste also ungefähr nach fünfmaligem Eincremen des ganzen Körpers eines Erwachsenen leer sein.

  • Erneutes Eincremen erhöht nicht die Schutzzeit von Sonnencreme: Ein zweites Mal einzucremen wird empfohlen, um insbesondere den Abrieb des Sonnenschutzes durch Schwimmen oder Schwitzen auszugleichen.

  • Hautschutz kann auch bei wolkigem Himmel nötig sein: UV-Strahlen kommen auch durch eine Wolkendecke, wenn auch nicht mit gleicher Stärke wie bei blauem Himmel.

  • Die Bräunung der Haut ist kein ausreichender Schutz; sie entspricht maximal Lichtschutzfaktor zwei.

UV-Index: So behalten Ihre Patienten den Überblick

Der UV-Index mit Werten von 1 bis 11 kann beim Bundesamt für Strahlenschutz oder dem Deutschen Wetterdienst abgefragt werden. Das tun auch Smartphones oder -watches.

Quellen:

www.bfs.de

www.verbraucherzentrale.nrw

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